Das Kohleflöz der Vattenfall AG in Welzow (Quelle: dpa)

Tagebau Welzow Süd - Bürger in Welzow werden über Braunkohleplan informiert

Was wurde geändert an den Plänen für einen neuen Tagebau Welzow Süd II? Betroffene Bürger in Welzow konnten am Mittwochabend auf einer Informationsveranstaltung im Kulturhaus Fragen stellen.

Um über die geänderten Pläne für einen neuen Tagebau Welzow Süd II zu informieren, lud die Welzower Bürgermeisterin Birgit Zuchold (SPD) die Bürger der Stadt am Mittwoch ins Kulturhaus Welzow (Spree-Neiße) ein. Der Termin ist im Verfahren der Planung formal nicht vorgesehen.

Er diente aber laut Uwe Sell von der Gemeinsamen Landesplanung dazu, die Bürger der am stärksten betroffenen Stadt über die Änderungen im neuen Entwurf des Braunkohlenplans zu informieren. Damit erhielten die Welzower die Möglichkeit, Fragen zu stellen und sich so gut auf Stellungnahmen vorzubereiten zu können, sagte Sell rbb-online.

Themen: Umsiedlungen und Landwirtschaft

Er selbst und seine Kollegin Angiola König - bei der Gemeinsame Landesplanung Berlin-Brandenburg für die Braunkohlenplanung zuständig - würden sich zu Plänen, Zielen und Änderungen im neuen Entwurf äußern. Dabei wird es laut Uwe Sell voraussichtlich auch um notwendige Umsiedlungen und Auswirkungen der Pläne auf Wasser und Landwirtschaft gehen.

Man berücksichtige mit diesem Angebot an die Stadt die besondere Betroffenheit Welzows in Bezug auf Umsiedlungen. Man wolle die Gründe für die Pläne erläutern. Auch nach dem aktuellen Planentwurf ist die Umsiedlung von insgesamt 810 Menschen vorgesehen.
Laut der bisherigen Pläne müssen 810 Menschen in Welzow und umliegenden Gemeinden ihre Heimat verlassen

Erste Stellungnahmen gehen bereits ein

Die öffentliche Auslegung des Überarbeiteten Entwurfs läuft seit dem 20. Juni, bisher sind laut Uwe Sell von der Gemeinsamen Landesplanung auch bereits vereinzelt Stellungnahmen und Unterschriftenlisten dazu eingegangen. Dabei können diese Rückmeldungen in zwei Gruppen unterteilt werden: Zum einen melden sich Befürworter, die sich für den Erhalt des Braunkohlestandorts Welzow aussprechen. Auf der anderen Seite stehen die Gegner, die Welzow Süd II nicht für nötig halten, da die Erneuerbaren Energien für die Stromversorgung die Braunkohle überflüssig machen.

Doch mit dem Gros an Rückmeldungen rechnet die Gemeinsame Landesplanung erst gegen Ende der Auslegung. Auch Behörden hätten sich noch nicht zurückgemeldet, so Sell.

Neuer Entwurf liegt im Welzower Rathaus aus

Der neue Braunkohlenplanentwurf liegt seit dem 20 Juni und noch bis zum 17. September 2013 im Rathaus der Stadt Welzow öffentlich aus. Auch auf der Webseite der Gemeinsamen Landesplanung kann man sich die Pläne herunterladen. In dieser Zeit haben Betroffene Gelegenheit, ihre Einwände mittels einer Stellungnahme an die Gemeinsame Landesplanung zu übermitteln.

Im letzten Beteiligungsverfahren für den ersten Entwurf des Braunkohlenplans hatte es knapp 5.000 Einwendungen von Betroffenen gegeben. In den Stellungnahmen wurden unter anderem Verfahrensfehler kritisiert. Außerdem wurden Sorgen um den Klimaschutz oder Angst vor Rutschungen geäußert, ebenso ging es um die Umsiedlungen. Viele Kritikpunkte wurden aufgenommen und sind in den neuen Entwurf eingeflossen.

Vattenfall will in dem neuen Teilfeld Welzow Süd II Braunkohle abbauen. 810 Menschen aus Welzow und Umgebung müssten ihre Häuser verlassen.

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