Schallschutz (dpa-Archivbild)

Größtes Plus in der Uckermark - Immobilienpreise in Brandenburg steigen

Nicht nur im ohnehin schon teuren Potsdam sind Häuser und Grundstücke im vergangenen Jahr teurer geworden, sondern im gesamten Land Brandenburg. Und wer gedacht hat, dass der drohende Fluglärm vom BER in manchen Gemeinden die Preise drücken würde, der wird sich über den neuen Grundstücksmarktbericht wohl besonders wundern.

Die Preise für Immobilien in Brandenburg sind im vergangenen Jahr gestiegen. Die Zahl der Kaufverträge legte im vergangenen Jahr um drei Prozent auf 34 165 zu, die Verkaufserlöse stiegen um neun Prozent auf 3,1 Milliarden Euro. Das geht aus dem am Donnerstag vorgestellten Marktbericht 2012 des Oberen Gutachterausschusses für Grundstücke hervor.

Nach wie vor ist das Eigenheim die gefragteste Immobilie im Land. 2012 wurden 5815 Kaufverträge für frei stehende Ein- und Zweifamilienhäuser abgeschlossen, drei Prozent mehr als 2011. Mit 820 Millionen Euro Erlös erhöhte sich der Umsatz um 17 Prozent. "Der Trend zu den eigenen vier Wänden besteht damit ungebrochen fort", sagte der Vorsitzende des Gutachterausschusses, Jürgen Kuse.

Ein Einfamilienhaus kostete in Brandenburg im Schnitt 147.000 Euro. In Berlin legten Käufer dafür in einfachen oder mittleren Wohnlagen 295.000 Euro auf den Tisch, in guter bis sehr guter Lage 560.000 Euro. Die Nähe zur Hauptstadt treibt jedoch auch die Preise in einigen Regionen Brandenburgs in die Höhe. Im Berliner Umland lag der Preis für ein Einfamilienhaus bei durchschnittlich 190.000 Euro, während in den weiter entfernten Regionen 90.000 Euro gezahlt werden mussten.

Die Zahl der Kaufverträge legte im vergangenen Jahr um drei Prozent auf 34.165 zu, die Erlöse stiegen um neun Prozent auf 3,1 Milliarden Euro. Der höchste Zuwachs an verkauften Grundstücken wurde im Vorjahresvergleich im Landkreis Uckermark (plus 13 Prozent) verzeichnet. Im Havelland und im Landkreis Spree-Neiße nahm dagegen die Zahl der Kaufverträge um je elf Prozent ab.

Von BER-Fluglärm betroffene Orte besonders teuer

Auch in Potsdam sind die ohnehin hohen Preise noch einmal stark gestiegen. Käufer mussten dort im Schnitt 315.000 Euro für eine Wohnung zahlen. 2011 lag der Durchschnittspreis noch bei 258.000 Euro. Geprägt war der Grundstücksmarkt in der Stadt vor allem von einer Nachfrage nach höherwertigen Flächen und Objekten. "Die Nachfrage nach attraktiven Grundstücken überstieg vielfach das Marktangebot", sagte Kuse. Mit Einnahmen aus Verkäufen von insgesamt 559 Millionen Euro war Potsdam zugleich die umsatzstärkste Region Brandenburgs.

Rund um den neuen Flughafen in Schönefeld ziehen die Grundstückspreise ebenfalls an. Die Ängste der Bevölkerung vor Fluglärm habe keinen Einfluss auf die Preise, erklärte Kuse. Im Gegenteil: Teltow, Stahnsdorf und Kleinmachnow sind sogar die teuersten Gemeinden im gesamten Speckgürtel um Berlin.

Laut dem Grundstücksmarktbericht 2012 des Gutachterausschusses für Grundstückswerte im Landkreis Teltow-Fläming stieg der durchschnittliche Kaufpreis pro Grundstück im Berliner Umland von 54.702 Euro im Jahr 2011 auf 55.984 Euro im Jahr 2012. Der durchschnittliche Kaufpreis pro Quadratmeter machte einen noch größeren Satz: von 66 Euro auf 78 Euro.

Eine Einschränkung für das Immobiliengeschäft rund um den BER gibt es dann aber doch: Käufer verhielten sich wegen der Verschiebung des Eröffnungstermins zurückhaltend, sagte Kuse.