
Gegen steigende Mieten - Städtischer Wohnungsbestand um 14.000 gestiegen
Die Mieten in Berlin steigen. Die städtischen Wohnungsbaugesellschaften sollen dabei helfen, diesen Trend zu begrenzen - indem sie Wohnungen kaufen und neu bauen. Um 14.000 haben sie ihren Bestand bereits aufgestockt. Weitere sollen folgen.
Die städischen Wohnungsbaugesellschaften stocken ihren Bestand an Wohnungen auf. Seit 2011 hätten sie rund 14.000 Wohnungen gekauft, außerdem seien zur Zeit etwa 6.000 Neubauwohnungen in der Planungsphase. Das sagte der Senator für Stadtentwicklung und Umwelt, Michael Müller (SPD) am Mittwoch bei der Besichtigung zweier geplanter Projekte.
Die Entscheidung, den öffentlichen Wohnungsbestand wieder zu vergrößern, nannte Müller ein gutes Signal. Sie sei ein wichtiger Baustein, um den Berliner Mietwohnungsmarkt zu entlasten. Insgesamt sollen die sechs öffentlichen Wohnungsbaugesellschaften ihren Bestand laut Koalitionsvertrag um 30.000 Wohnungen auf dann 300.000 erhöhen.
Bei rund 20 Prozent der Neubauwohnungen sollen außerdem die Kaltmieten günstig ausfallen, also bei maximal 7,50 Euro pro Quadratmeter liegen. Dafür sollen andere Wohnungen, wie etwa begehrte Dachgeschosse, teurer vermietet werden und so die günstigen Wohnungen mitfinanzieren.
Müller kündigte außerdem an, ab kommenden Jahr zusätzlich Fördermittel für Sozialwohnungen bereitzustellen.
Mietenbündnis gegen steigende Mieten
Um steigenden Mieten entgegenzuwirken, haben vier der sechs Berliner Wohnungsbaugesellschaften im Juli 2012 ein Bündnis geschlossen. Das so genannte Mietenbündnis sieht vor, dass bei bestehenden Mietverhältnissen die Miete in vier Jahren nur noch maximal um 15 Prozent steigen darf. Bislang waren zwanzig Prozent möglich.
Das Bündnis soll zudem der Verdrängung einkommensschwacher Mieter aus der Innenstadt entgegenwirken. Bei Neuvermietungen innerhalb des S-Bahn-Rings ist deshalb seither die Hälfte der Wohnungen für Mieter mit Wohnberechtigungsschein reserviert. Eine Sozialklausel soll diese Mieter zudem davor schützen, dass die Nettokaltmiete 30 Prozent ihres Haushaltsnettoeinkommens übersteigt.
Zu den Unterzeichnern des Mietenbündnis gehören die Wohnungsgesellschaften degewo, Gewobag, Howoge und Gesobau; die WBM und die Gesellschaft "Stadt und Land" hatten im vergangenen Juli angekündigt, folgen zu wollen.

