Hähnchenmastanlage (Quelle: dpa)

Betroffene befürchten Umweltbelastungen - Dörfergemeinschaft stellt sich gegen Hähnchenmastanlage

Hunderttausende Masthähnchen in einer Anlage - für die einen moderne Landwirtschaft, für die anderen Tierquälerei. In der Gemeinde Steinhöfel bei Fürstenwalde formiert sich Widerstand gegen eine geplante Hähnchenmastanlage.
In der Gemeinde Steinhöfel (Oder-Spree) soll eine große Hähnchenmastanlage entstehen. Doch langsam regt sich Widerstand gegen eine solchen Anlage. Zu einer Benefizveranstaltung zugunsten der Gegner sind am Freitagabend rund 100 Interessierte nach Fürstenwalde gekommen. Das hat die "Dörfergemeinschaft gegen Hähnchenfabriken in Steinhöfel" am Samstag mitgeteilt.

"Steinhöfel beginnt aufzuwachen", sagte Kerstin Hellmich, Sprecherin der Dörfergemeinschaft gegen die geplante Anlage. "Es werden immer mehr, die sich den Ausverkauf unserer Region nicht bieten lassen wollen." Betroffene befürchten vor allem starke Umweltbelastungen.

"Dreck, Gestank, Lärm"

Nach Angaben der Initiative soll die Mastanlage einmal acht Ställe von je 100 Metern Länge und 25 Metern Breite umfassen. Dort wolle der niederländische Betreiber 430.000 Tiere halten - zu eng, wie die Initiative meint. Außerdem würden die Gewinne der Mastanlage aus der Region abgeführt, Arbeitsplätze entstünden kaum. "Dafür bleibt bei uns der Dreck, Gestank, die Lärm- und Umweltbelastung", so die Sprecherin.

Die "Dörfergemeinschaft gegen Hähnchenfabriken in Steinhöfel" erwartet den Beginn des Genehmigungsverfahrens im Herbst. Sie erhält Unterstützung unter anderem von Bündnis 90/Die Grünen, deren Landtagsabgeordnete Sabine Niels ebenfalls an dem dreistündigen Benefizabend in Fürstenwalde teilnahm. Initiiert hatte ihn der evangelische Kirchenkreis Fürstenwalde-Strausberg.