
Greenpeace-Aktion vor Landtag - Schlamm statt Blumen für Woidke
Drinnen gab es Blumen - vor dem Landtag eine ordentliche Schlammdusche: Gleich zu Beginn seiner Amtszeit hat Greenpeace Dietmar Woidke auf das Problem Braunkohletagebau in der Lausitz aufmerksam gemacht.
"Ab heute Ihr Braunkohle-Schlamm, Herr Woidke": Mit diesen Worten und einer dazu gehörigen Schlammdusche hat die Umweltorganisation Greenpeace am Mittwoch Dietmar Woidke (SPD) in seinem neuen Amt als Ministerpräsident begrüßt.
Direkt vor dem Landtag in Potsdam verteilten die Aktivisten insgesamt 8.000 Liter Schlamm, sagte ein Greenpeace-Sprecher. Damit sollte Woidke gleich zu Beginn seiner Amtszeit auf die Umweltschäden durch Braunkohletagebaue aufmerksam gemacht werden.
Kosten für Entsorgung muss Greenpeace zahlen
Laut Landtagssprecherin Katrin Rautenberg musste die Feuerwehr den Schlamm entfernen. Die Aktion sei nicht angemeldet gewesen. Außerdem sei sie mit Sachbeschädigung einhergegangen. Wie hoch der Schaden ist, müsse noch ermittelt werden. Die Kosten für die Schlammentsorgung soll Greenpeace tragen. Ob eine Anzeige erstattet werde, müsse noch geprüft werden, hieß es weiter.
Ein Sprecher der Organisation sagte dem rbb, der Schlamm aus dem Braunkohlegebiet zerstöre die Spree und gefährde die Tourismusregion Spreewald. Jeder neue Tagebau verschlimmere diese Umweltzerstörung. Der Greenpeace-Sprecher forderte Woidke daher auf, die Ausbaupläne von Vattenfall jetzt zu stoppen.
Greenpeace fordert Verzicht auf neue Tagebaue
In einigen Regionen der Lausitz fließt die Spree als rotbraune Brühe. Ursache für die sogenannte Verockerung der Spree ist der Eisenschlamm aus dem Braunkohletagebau. Das UNESCO-Biosphärenreservat Spreewald kämpfe derzeit mit einer Verockerung durch steigendes Grundwasser aus bereits vor rund 20 Jahren stillgelegten DDR-Tagebauen, sagt Greenpeace, die nach dem Juni-Hochwasser in der Spree Messungen vorgenommen hatten.
Sollte der Braunkohleabbau wie geplant fortgesetzt werden, werde der Eisenschlamm den Spreewald und weitere Gewässer noch rund 100 bis 150 Jahre lang gefährden. Laut Greenpeace kann der Bedrohung nur durch den Verzicht auf neue Tagebaue und durch mehr Schutzmaßnahmen wirksam begegnet werden.




