
Pünktlicher und zuverlässiger - S-Bahn fährt weiter aus der Krise
Am 1. Mai 2009 nimmt das Drama seinen Lauf: Der Bruch einer Radscheibe in Kaulsdorf stürzt die S-Bahn in eine jahrelange Krise. Hunderte Waggons werden überprüft, Räder ausgetauscht. Züge kommen nicht oder verspätet. Doch so langsam berappelt sich das Unternehmen. Am Montag können auch die Fahrgäste wieder etwas aufatmen.
Die Berliner S-Bahn setzt ihren Weg aus der Krise weiter fort. Das geht aus der monatlichen Qualitätsanalyse des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg (VBB) hervor.
Im Juni fuhren die Züge der S-Bahn demnach mit einer Zuverlässigkeit von 97,5 Prozent. Die Steigerung um etwas mehr als 1,5 Prozentpunkte sei vor allem darauf zurückzuführen, dass die lange Zeit stillgelegte Linie S85 wieder in Betrieb genommen worden sei. In Krisenzeiten lag dieser Wert zwischenzeitlich bei 76 Prozent.
Polizei- und Notarzteinsätze drücken die Bilanz
Mittlerweile sei die Deutsche-Bahn-Tochter S-Bahn auch wieder mit 95 Prozent der vertraglich vereinbarten Waggons im Netz unterwegs, hieß es. Auch hier habe es im Juni einen leichten Zuwachs gegeben. Die Pünktlichkeit der S-Bahnen lag laut VBB nahezu unverändert bei rund 95 Prozent.
Neben technischen Problemen hätten vor allem Polizei- und Notarzteinsätze sowie Unwetterschäden zu erheblichen Verspätungen geführt.
Ab Montag können viele Fahrgäste aufatmen, zwei Ferienbaustellen gibt es dann nicht mehr. So ist die Ringbahn zwischen Südkreuz und Bundesplatz wieder befahrbar. Auch die S1 im Norden fährt dann zwischen Frohnau und Schönholz wieder planmäßig.
Bremsen, Hitze, Kälte
Am 1. Mai 2009 entgleiste nach dem Bruch einer Radscheibe in Kaulsdorf eine S-Bahn. Menschen wurden nicht verletzt. Der Betreiber verpflichtete sich danach, alle Züge der modernsten Baureihe 481 zu überprüfen.
Das Unglück stürzte das Tochterunternehmen der Deutschen Bahn in eine schwere Krise, weil schwerwiegende technische Probleme zutage traten. Über anderthalb Jahre konnte die S-Bahn nur nach Notfallfahrplan fahren. Dazu kommen gravierende Probleme bei Hitze und vor allem Kälte.
Die komplette Unternehmensleitung wurde ausgetauscht. Auch bis heute sind nicht alle Fahrzeuge wieder im Einsatz.


