
Tourismusland Brandenburg - Die Flut hat doch nicht alle Touristen abgeschreckt
Die Angst war groß - nicht nur vor der Flut selbst, sondern auch vor ihren Folgen. Die Tourismuswirtschaft fürchtete, dass sich die Gäste von den Flutmeldungen von einem Urlaub in Brandenburg abhalten lassen könnten. Das Schlimmste ist allerdings nicht eingetreten.
Die Einbußen im Tourismusgeschäft der vom Elbehochwasser betroffenen Regionen Brandenburgs sind voraussichtlich weniger dramatisch als anfangs befürchtet. "Das Schlimmste ist nicht eingetreten", sagte am Donnerstag der Referatsleiter im Potsdamer Wirtschaftsministerium, Martin Linsen. Dazu trügen kurzfristige Buchungen bei, die aber wohl die entstandene "Delle" nicht ganz ausgleichen könnten. Mit genaueren Zahlen wird erst in einigen Monaten gerechnet.
Neben der Prignitz hatten vor allem das Havelland und die Spreewaldregion unter den Fluten im Juni gelitten. Trotz relativ geringer Schäden hatten viel Gäste ihren Urlaub storniert. Gegen die negativen Bilder in den Köpfen müsse man etwas tun, betonte auch Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD), der am Donnerstag mit Fahrrad auf einer "Werbetour" in der Prignitz unterwegs war. Mit zusätzlichen Werbemaßnahmen sollen weitere Gäste vor allem aus dem Raum Leipzig, Hamburg und Hannover angelockt werden.

Brandenburg bei polnischen Touristen besonders beliebt
Vor allem bei Touristen aus Polen wird Brandenburg immer beliebter. Aus keinem anderen Land sind im vergangen Jahr mehr Besucher ins Land gekommen. Laut Wirtschaftsministerium buchten die Polen 2012 rund 123.000 Übernachtungen - das waren rund sieben Prozent mehr als im Vorjahr. Und der positive Trend setzt sich fort: In den ersten fünf Monaten dieses Jahres gab es 45 Prozent mehr Übernachtungsgäste als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.
Die Polen haben damit Gäste aus den Niederlanden und Skandinavien überholt, zudem sind sie ausgabefreudiger als viele anderen Besucher. Tagestouristen aus Polen geben laut Wirtschaftsministerium 22 bis 33 Euro aus, bei Übernachtungsgästen sind es etwa 110 Euro. Eine Befragung im "Tropical Island" habe ergeben, dass polnische Besucher etwa 20 Prozent mehr Geld ausgeben als andere ausländische Gäste.


