
Neuer Quartalsbericht - Air Berlin erholt sich nur langsam
Trotz harter Einschnitte kommt die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft nur langsam aus den roten Zahlen. So hat Air Berlin seinen Verlust im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahr zwar deutlich verringern können, doch unter dem Strich steht immer noch ein Minus von 38 Millionen Euro.
Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft Air Berlin ist auf ihrem Sanierungskurs im zweiten Quartal nicht aus den roten Zahlen gekommen. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ging der
Verlust unter dem Strich allerdings von knapp 100 Millionen auf 38 Millionen Euro zurück.
Wie der Lufthansa-Konkurrent am Mittwochabend mitteilte, sank der operative Verlust vor Zinsen und Steuern von 29 Millionen auf 8 Millionen Euro. Der Umsatz ging wegen eines
verringerten Flugangebots um 2 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro zurück.
Vorstandschef Wolfgang Prock-Schauer setzt weiterhin darauf, dass das eingeleitete Sanierungsprogramm "Turbine" im Jahresverlauf seine Wirkung entfaltet. Air Berlin hatte sich für das laufende Jahr zuletzt eine schwarze Null vor Zinsen und Steuern zum Ziel gesetzt.

Sanierungsprogramm soll 400 Millionen Euro bringen
Im Rahmen des Sanierungsprogramms "Turbine" hatte der neue Air-Berlin-Chef Wolfgang Prock-Schauer Anfang 2013 verkündet, bis Ende 2014 rund 400 Millionen Euro einsparen zu wollen. Dazu sind harte Einschnitte vorgesehen, auch beim Personal. So soll nicht nur jede zehnte Stelle wegfallen; auch sollen die Mitarbeiter einen eigenen Sanierungsbeitrag leisten - durch Verzicht auf Gehaltsbestandteile.
Wie das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" berichtet hatte, wollten auch Prock-Schauer und seine vier Vorstandskollegen freiwillig auf Geld verzichten, in Höhe von zehn Prozent ihrer bisherigen Bezüge. Den rund 9300 Mitarbeitern sollten fünf Prozent ihres Gehalts gestrichen werden.
Insgesamt will die Fluggesellschaft, die seit 2007 keinen Gewinn mehr ausweisen konnte, mit dem "Turbine"-Programm rund 400 Millionen Euro einsparen - ein Zehntel davon durch Stellenstreichungen und Gehaltskürzungen. Wie Mitte Juli bekannt wurde, soll auch der Kundenservice ausgegliedert werden. Rund 300 Mitarbeiter sollen dann nicht mehr direkt für Air Berlin, sondern für einen Dienstleister arbeiten - was für die meisten von ihnen wohl auch Gehaltseinbußen bedeuten würde.

![Schokoladenherzen in Einwickelpapier der Fluggesellschaft AirBerlin [dpa] Schokoladenherzen in Einwickelpapier der Fluggesellschaft AirBerlin [dpa]](/wirtschaft/beitrag/2013/07/Air_Berlin_gliedert_Kundenservice_aus/_jcr_content/image.img.jpg/rendition=ard_rbb_960x540.jpg/size=320x180.jpg)
