Windrad (Foto: dpa)

Energiespeicher-Kraftwerk in der Prignitz eröffnet - Wenn mal zu viel Wind weht

In der brandenburgischen Prignitz gibt es jetzt eine Anlage, die überschüssige Windenergie umwandeln und speichern kann. Ein großer Schritt nach vorn bei der Energiewende, meint der Betreiber Eon. Denn damit müssen Windräder nicht mehr angehalten werden, wenn gerade zu viel Strom ins Netz eingespeist wird.

In Pritzwalk in der Prignitz kann jetzt überschüssige Windenergie gespeichert werden. Der Energieversorger Eon hat am MIttwoch im Ortsteil Falkenhagen ein Kraftwerk in Betrieb genommen, das per Elektrolyse überschüssigen Windstrom in Wasserstoff umwandelt. Der wird dann in eine Erdgasleitung einspeist und kann an windarmen Tagen zur Beheizung von Gebäuden oder zur Erzeugung von Strom verwendet werden. Auch gasbetriebene Fahrzeuge können damit befüllt werden.

Die Leistung des kleinen Kraftwerks beträgt zwei Megawatt, das entspricht etwa dem Jahresverbrauch von 20 Haushalten. Diese Leistung reicht aus, um pro Stunde 360 Kubikmeter Wasserstoff zu produzieren.  

Betreiber: Schlüsseltechnologie für die Energiewende

Der Chef der Geschäftsführung von Eon Deutschland, Ingo Luge, betonte, diese Art der Energiespeicherung sei eine Schlüsseltechnologie für die Energiewende. Denn damit werde es nicht mehr nötig sein, bei Überlastungen im Stromnetz Windkraftanlagen abzuschalten. 

Auch Bundeswirtschaftsminister Philip Rösler war bei der Inbetriebnahme dabei. Er bezeichnete die neue Anlage als wichtig, um langfristig ein stabiles Stromnetz und die Versorgungssicherheit langfristig sicherzustellen.

Die erste derartige Anlage Brandenburgs ist seit 2011 bei Prenzlau in der Uckermark am Netz. Das Hybridkraftwerk der Enertrag AG mit einer Leistung von sechs Megawatt erzeugt Strom aus Wind und Biogas.

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