Bauarbeiter am U-Bahnhof Leinestraße (Quelle: dpa)

Strecken im Westteil marode - BVG fehlen Milliarden für U-Bahn-Sanierung

BVG-Chefin Sigrid Nikutta sieht bei den Berliner Verkehrsbetrieben in den nächsten Jahren eine Finanzierungslücke von rund einer Milliarde Euro. Soviel Geld werde benötigt, um Bahnhöfe, Tunnel und Gleisanlagen instand halten zu können. Langfristig fehlen laut Nikutta sogar drei Milliarden.

800 Kilometer Gleise, über 100 Jahre alte Tunnel und unzählige Bahnhöfe müssen die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) in Schuss halten. Doch die bisherigen Fördermittel reichten dafür nicht aus, sagt nun BVG-Chefin Sigrid Nikutta.

Sigrid Nikutta (Quelle: rbb)
Die BVG-Chefin schlug am Donnerstag Alarm.

Jährlich 100 Millionen mehr benötigt

Die U-Bahnstrecken im Westteil müssten dringend grunderneuert werden - allein das werde spürbar zu Buche schlagen: Bis zum Jahr 2020 würden jedes Jahr rund 360 Millionen Euro benötigt - und damit rund 100 Millionen mehr als bisher.

Bis 2030 sieht die BVG-Vorstandsvorsitzende sogar eine Finanzierungslücke von bis zu drei Milliarden Euro. Sie fordert deshalb klare Zusagen von der künftigen Bundesregierung für weitere Investitionsfördermittel. Nur so könnten Bauvorhaben sicher und seriös geplant werden.

Fehlendes Geld soll vom Bund kommen

Nach der Vorstellung von BVG-Chefin Nikutta soll das fehlende Geld vor allem vom Bund kommen. Sie schloss sich damit einer Forderung des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) an.

Während es für den Neubau seit Jahren verlässliche Finanzierungsinstrumente im Bundeshaushalt gebe, so VDV-Präsident Jürgen Fenkse, stelle der Bund für Erneuerung und Sanierungsmaßnahmen keine Gelder bereit. "Das ist eine politische Entscheidung aus den siebziger Jahren, als man parteiübergreifend nur den Neu- und Ausbau der Infrastruktur in Deutschland geregelt hat. Die Entscheidung über die Instandhaltung der Verkehrswege wurde damals in die Zukunft verschoben und ist bis heute ungeklärt", so Fenske.

Die neue Bundesregierung müsse nun zeitnah nach der Wahl diesen Fehler korrigieren. Denn deutschlandweit sei die BVG nicht der einzige Verkehrsbetrieb mit Geldsorgen.

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