Konsumtempel; Quelle: dpa - Bildfunk

Wirtschaft entwickelte sich 2013 gut - Berliner Konjunktur brummt - Brandenburg schwächelt

Solche Nachrichten hört man selten: Berlin liegt mit seiner Wirtschaftsentwicklung 2013 an der Spitze der Bundesländer, zusammen mit Hamburg und Hessen. Vor allem Handel und Gastronomie liefen gut. Brandenburg dagegen hat zu kämpfen.

Nur in drei Bundesländern ist die Wirtschaft in den ersten sechs Monaten 2013 gewachsen: in Hamburg, Hessen – und im sonst chronisch schwächelnden Berlin. In der Hauptstadt lag das Bruttoinlandsprodukt in diesem Zeitraum ein halbes Prozent über dem Vorjahreswert (preisbereinigt). Das teilte das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg am Dienstag mit.

Träger des Wachstums war den Statistikern zufolge der Dienstleistungssektor - vor allem Handel, Verkehr und Gastgewerbe. Rückgänge gab es allerdings im verarbeitenden Gewerbe und auf dem Bau.

Ein Mechaniker beim Zusammensetzen eines Vakuumröhrenkollektors im Solarunternehmen mp-tec in Eberswalde (Quelle: dpa)
Die märkische Industrie musste 2013 einen Rückgang verbuchen

Brandenburgs Dienstleister können's nicht richten

In allen anderen Bundesländern sank die Wirtschaftsleistung, im Schnitt um 0,3 Prozent. Genau bei diesem Wert landet auch Brandenburg. In den anderen ostdeutschen Ländern war der Rückgang deutlich stärker. Zwar wuchs auch in der Mark – wie in Berlin – der Dienstleistungssektor. Allerdings nicht so stark, dass die Rückgänge in Industrie und Handwerk ausgeglichen werden konnten.

Deutsche Wirtschaft zuversichtlich

Insgesamt ist die deutsche Wirtschaft zuversichtlich in den Herbst gestartet. Der Geschäftsklimaindex, den das Münchner ifo-Institut am Dienstag vorlegte, stieg im September das fünfte Mal in Folge - wenn auch nur leicht. Im Vergleich zum August legte der Index von 107,6 auf 107,7 Zähler zu. Mit ihrer aktuellen Lage sind die Unternehmen zwar etwas weniger zufrieden als im Vormonat, die Geschäftsentwicklung in den nächsten sechs Monaten bewerten sie jedoch erneut optimistischer.
 
Am deutlichsten stieg der Geschäftsklimaindex im Einzelhandel. Doch auch der Indikator für das verarbeitende Gewerbe legte zu. Hier werden vom Export weiterhin Impulse erwartet. Im Großhandel und im Bauhauptgewerbe war die Stimmung weniger gut. Das ifo-Institut befragt jeden Monat 7000 Unternehmen nach ihrer Einschätzung der Konjunktur.
 

Bayerische Reisegruppe in traditioneller Kleidung vor dem Brandenburger Tor in Berlin (Quelle: imago)

Tourismusstatistik veröffentlicht - Berlin stellt neuen Besucherrekord auf

Die Übernachtungszahlen für Berlin sind wieder deutlich gestiegen. Laut Marketinggesellschaft kamen von Januar bis Juni 5,3 Millionen Gäste in die Hauptstadt - ein erneuter Anstieg um fünf Prozent. Der Tourismus ist zu einem der wichtigsten Wirtschaftsfaktoren geworden. Das aber sorgt auch für Probleme.