
Neue Immobilien-Studie für Berlin und Potsdam - Es kann gar nicht so schnell gebaut werden...
Nach einer langen Durststrecke ist im Immobilienmarkt in Berlin und Brandenburg derzeit richtig Musik drin. Die steigende Nachfrage nach neuen Wohnungen und Büros beschert der Region immer neue Rekorde. Insgesamt haben Projektentwickler in Berlin und Potsdam derzeit Bauvorhaben in Planung, die etwa dem kompletten Immobilienbestand der Stadt Mainz entsprechen. Von Johannes Frewel
Mit Stand 1. Juli 2013 waren in Berlin und Potsdam Bauprojekte für 22,4 Milliarden Euro entweder geplant, in Bau oder vor kurzem abgeschlossen worden - rund vier Milliarden mehr als im Vorjahr. Das geht aus einer aktuellen Untersuchung des Marktforschungsunternehmen Bulwiengesa und der Projektentwicklungstochter des Baukonzerns Hochtief hervor. Der Studie liegen Projekte zugrunde, die in der Zeit zwischen 2010 und 2017 realisiert werden sollen. Der Löwenanteil entfällt mit 21,1 Milliarden Euro dabei auf Berlin.
Allein 18 neue Hotels werden derzeit von Projektentwicklern für die Hauptstadt geplant. Dabei gibt es vor allem im oberen Preissegment längst ein Überangebot, das auf die Preise drückt. Ganz anders bei innerstädtischen Büroflächen: 1,1 Millionen Quadratmeter neue Büroflächen werden derzeit geplant. Viel zu wenig, mahnt Andreas Schulten, Vorstandsmitglied von Bulwiengesa, denn der Büroflächenleerstand steuere "mittelfristig auf nur noch ein Prozent" zu. Schon bald könne man von einer neuen Büronot in Berlin sprechen, denn die Zahl der neuen Bürobeschäftigten sei in den letzten fünf Jahren auf 80.000 gestiegen, und die legten Wert auf Büros in der Innenstadt. Der Büroflächenleerstand nehme sehr schnell und deutlich ab.
Potsdamer Wohnungen sind auf Berliner Preisniveau
Auch auf dem Wohnungsmarkt ist ein Überangebot nicht in Sicht. Jedes Jahr wächst Berlin um 45.000 Einwohner oder rund 20.000 neue Haushalte. Obgleich fast 4,4 Millionen Quadratmeter neue Mietwohnungen in Planung sind, kann gar nicht so schnell gebaut werden, wie die Nachfrage wächst.
Während die bislang galoppierenden Mietpreise in teuren Städten wie etwa Düsseldorf inzwischen stagnieren oder gar sinken, sei damit in Berlin nicht zu rechnen, betont Gordon Gorski, Berlin-Brandenburg-Chef des Projektentwicklers Hochtief, der Neubaumieten über zehn Euro je Quadratmeter erwartet.
In Potsdam gibt es nur etwa acht Prozent des Wohnungsmarkts der Hauptstadtregion. Dort liegen die mit hochwertigen Eigentums- und Mietwohnungen erzielbaren Margen mindestens auf Berliner Niveau. Höhere Margen stehen dort - wegen des kleinen und eher schwankungsanfälligen Markts - auch höhere Risiken gegenüber. Der Preistrend zeige freilich auch in Potsdam klar nach oben, beobachtet Immobilienspezialist Andreas Schulten. Die Mieten seien im Begriff auf neun bis elf Euro pro Quadratmeter zu steigen.
Schnäppchen sind in Potsdam auch bei Eigentumswohnungen nicht mehr zu finden. Obgleich Potsdam nur etwa 150.000 Einwohner zählt, sind Wohnungen dort bereits teurer als in der Millionenstadt Köln.




