
Bundeskartellamt genehmigt Fusion - Deutsche Wohnen darf Berliner GSW schlucken
Das Bundeskartellamt hat sein OK gegeben: Die Deutsche Wohnen darf die Berliner GSW Immobilien übernehmen. Mit der Fusion entsteht das zweitgrößte private Wohnungsunternehmen Deutschlands. Während der Mieterbund vor steigenden Mieten warnt, sieht der Berliner Senat keinen Anlass zur Sorge.
Das Bundeskartellamt hat keine Einwände gegen die geplante Übernahme des Berliner Immobilienunternehmens GSW durch die Deutsche Wohnen AG. Das bestätigte ein Sprecher der Wettbewerbshüter am Montag in Bonn. Damit ist eine wichtige Hürde auf dem Weg zu einer der größten Übernahmen auf dem deutschen Immobilienmarkt genommen.
Die früher landeseigene GSW hat in Berlin knapp 60.000 Wohnungen. Das Unternehmen hatte sich in der vergangenen Woche grundsätzlich offen für einen Zusammenschluss gezeigt. Eine Fusion könne operativ sinnvoll sein, wichtige Aspekte des Übernahmeangebots bedürften aber noch einer Klärung.

Die Deutsche Wohnen mit Sitz in Frankfurt (Main) will das Geschäft mit einer Kapitalerhöhung und einem Aktientausch ermöglichen. Dafür müssen bei einer Hauptversammlung Ende September mindestens 75 Prozent der Aktionäre zustimmen. Für 20 Aktien der GSW Immobilien AG bietet Deutsche Wohnen 51 eigene neu auszugebende Papiere. Die Aktien beider Unternehmen sind im Börsenindex MDax notiert.
Senator Müller beruhigt die Mieter
Das fusionierte Unternehmen wäre dann mit 148.000 Wohnungen und einem Börsenwert von rund vier Milliarden Euro die neue Nummer zwei unter den privaten Wohnimmobiliengesellschaften in Deutschland hinter der Deutschen Annington und vor der Gagfah-Gruppe.
Laut Berliner Senat müssen die GSW-Mieter keine Nachteile durch eine Übernahme befürchten. Als das Land das Unternehmen 2004 verkaufte, seien Mieterschutzbestimmungen ausgehandelten worden, die weiter Bestand hätten, hatte Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD) erklärt. Dagegen hatte der Deutsche Mieterbund vor steigenden Mieten gewarnt.


