
Berlins Verbraucherschutzsenator bringt „Makler-Taxe“ ins Gespräch - Heilmann will Maklergebühr beschränken
Der Berliner Immobilienmarkt boomt, und mit ihm die Geschäfte der Makler: Sie bekommen mit die höchsten Provisionen im Bundesvergleich. Verbrauchersenator Thomas Heilmann (CDU) will das jetzt mit einer „Makler-Taxe“ ändern. Viel zu unverbindlich nennt die Opposition Heilmanns Vorschlag und wirft dem Senator Halbherzigkeit vor. Von Jan Menzel
Der Verbrauchersenator hat mal wieder nach einer Lösung gesucht und fündig geworden ist der Jurist Thomas Heilmann im Bürgerlichen Gesetzbuch. Dort ist ausdrücklich die Möglichkeit vorgesehen, dass der Staat eine so genannte Maklertaxe festsetzt. Berlin hat davon bislang keinen Gebrauch gemacht, Verbrauchersenator Heilmann will diese Option nun nutzen, sagt er, und damit die Käufer unterstützen: „Ich denke dass im Ergebnis die Taxe niedriger sein wird als das, was wir heute ortsüblich vorfinden. Und damit den Verbraucher stärken, besser mit dem Makler zu verhandeln.“
Ortsüblich sind in Berlin derzeit Provisionen von 7,14 Prozent. Damit liegt die Hauptstadt im Bundesvergleich ganz oben. Die 1.300 Berliner Makler kassieren also für ihre Arbeit mehr als ihre Kollegen in vielen anderen Regionen Deutschlands.
Opposition: Heilmanns "Makler-Taxe" ist viel zu unverbindlich
Heilmanns Vorschlag einer Taxe ist jedoch nicht mit einem gesetzlich festgelegten Höchstwert für Provisionen zu verwechseln, gibt der linke Abgeordnete Steffen Zillich zu bedenken: „Es ist ja erst mal nichts weiter als ein Hinweis an die Käuferinnen und Käufer, dass Herr Heilmann etwas anderes für angemessen hält. Ob das wirklich zu sinkenden Preisen beiträgt, das ist die Frage.“
Zumal Käufer beim derzeitigen Run auf Wohnungen und Häuser in Berlin gegenüber Maklern von vornherein im Nachteil sind. Diese können schlicht und einfach an den Interessenten verkaufen, der bereit ist, die volle Provision zu zahlen. Eine Taxe, die nur mehr einen Richtwert darstellt, würde daran nur wenig ändern, sagt der Grüne Baupolitiker Andreas Otto. Er empfiehlt, das System umzustellen: „Wir wollen, dass das Bestellerprinzip da Einzug hält. Das heißt: Wer meint, einen Makler beauftragen zu müssen, der soll ihn auch bezahlen.“
Vorschlag hilft den Mietern nicht
Sowohl Grüne als auch Linke kritisieren die neueste Idee des Verbrauchersenators zudem als halbherzig. Denn für die Mieter ändere sich durch eine Verkaufstaxe überhaupt nichts. Sie müssen auf dem angespannten Berliner Wohnungsmarkt für eine Vermittlung durch einen Makler auch weiter bis zu zweieinhalb Monatsmieten zahlen. Das, sagen Grüne und Linke, sei nicht angemessen. Denn bestenfalls bestehe die Maklertätigkeit darin, eine Telefonnummer zu veröffentlichen und die Warteschlange für die Wohnungsbesichtigung zu organisieren.
