Bei einem Pressetermin der Deutschen Telekom nahe Kremmen (Brandenburg) zum Kupferdiebstahl zeigen Mitarbeiter einen Quadrocopter. (Quelle: dpa)
Video: Tim Jaeger, Brandenburg Aktuell | 30.09.2013

Kabel mit Abdruck - Telekom sichert Kupferkabel mit künstlicher DNA

Vor allem Verkehrsunternehmen, Baufirmen und Telekommunikationsdienstleister beklagen millionenschwere Schäden: Immer wieder stehlen Kabeldiebe Kupferleitungen und legen damit ganze Netze lahm. Die Telekom reagiert nun mit einer neuen Technologie. Künstliche DNA soll dabei helfen, Kabeldiebe leichter zu identifizieren.

Hochspannungskabel, Friedhofsverzierungen und Telefonleitungen - Kupferdiebe stehlen alles, was nicht niet- und nagefest ist. Die Telekom sichert ihre Kabel jetzt mit einem neuen Sicherungsverfahren: der künstlichen DNA.

"Kabeldiebe haben uns im vergangenen Jahr in Brandenburg, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern einen Schaden von 700.000 Euro zugefügt", sagte Telekom-Infrastruktur-Chef Rüdiger Caspari am Montag in Kremmen (Oberhavel). 2011 seien es noch 350.000 Euro gewesen. Daher sei der Konzern zum Handeln gezwungen und setze künstliche DNA ein. Das ist eine Spezialflüssigkeit, die Mikropartikel mit einem Code enthält.

Um den Worten Casparis Nachdruck zu verleihen, ließ das Unternehmen einen ferngesteuerten Hubschrauber aufsteigen, der Telefon-Freileitungen mit einer synthetisch hergestellten Spezialflüssigkeit großflächig benetzt. Die Registriernummer der verwendeten Flüssigkeit wird in einer Datenbank gespeichert.

Zwei Männer tragen eine mit Kupferrohren gefüllte Zinkwanne (Bild: dpa)
Neben Kabeln suchen Kupferdiebe oft auch Rohrleitungen oder Regenrinnen.

Telekom arbeitet mit Stahnsdorfer Firma zusammen

Für die Kabelmarkierungen arbeitet die Telekom mit einer Sicherheitsfirma aus Stahnsdorf (Potsdam-Mittelmark) zusammen. Diese stellt den ferngesteuerten Hubschrauber zur Verfügung, der die Kupferleitungen mit der synthetischen Paste markiert, erläuterte Caspari.

Mittlerweile sei man soweit, dass der künstlichen DNA auch Geruchsstoffe beigemischt werden können. "Spürhunde sind so in der Lage, gestohlenes Diebesgut schnell zu erschnüffeln", erklärte der Geschäftsführer der Stahnsdorfer Firma ATG, Sascha Fuchs.

Auch die Deutsche Bahn sichert ihre Anlagen mit künstlichen DNA. Die Polizei setzt im Kampf gegen Diebstahl zudem Hubschrauber mit Wärmebildkameras ein. Besatzungen können aus dem "fliegenden Auge" heraus die Einsatzkräfte am Boden auch nachts schnell auf die Spur der Diebe bringen.

Mit dem bloßen Auge ist die künstliche DNA nicht zu sehen, erst eine Ultraviolettlampe bringt sie zum Vorschein. Die Polizei kann die Mikropartikel mit einem Code dann mit einem speziellen Mikroskop wie bei einer Geheimschrift sichtbar machen, erklärte ein Sprecher. Sollten die so gekennzeichneten Objekte bei einem Einbruch zur Beute gehören, können sie bei dem Versuch, sie zu verkaufen, dem Diebstahl zugeordnet werden.

Die im UV-Licht leuchtende Flüssigkeit ist von der Polizei schnell zu erkennen und kann über den in ihr enthaltenen Code schnell dem rechtmäßigen Besitzer zugeordnet werden. "Das soll unsere Kupferkabel für Diebe unattraktiv machen und eine abschreckende Wirkung entfalten", erklärte Telekom-Sicherheitsexperte Manfred Strifler.

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