Die Königsstraße der ostbrandenburgischen Kurstadt Bad Freienwalde (Bild: dpa)

Hotellbetten fehlen, Abgase stören - Bad Freienwalde bangt um seinen Status als Heilbad

Ein Moor und viel Schlamm haben Freienwalde den Zusatz "Bad" eingebracht. Doch nun könnte - mal wieder - die Aberkennung des Titels drohen. Die Probleme im ältesten Kurort Brandenburgs: fehlende Hotelbetten und die Bundesstraße B158. Bis März 2014 hat die Stadt Zeit, um die Anerkennung als besonders erholsamer Ort zu retten.

Dem ältesten Kurort Brandenburgs droht der Verlust der staatlichen Anerkennung als Heilbad. In Bad Freienwalde (Märkisch-Oderland) seien bei einer Überprüfung im Juli deutliche Defizite festgestellt worden, sagte der Vorsitzende des Landesfachbeirates, Michael Siebke, am Dienstag. Zuvor hatte die "Berliner Morgenpost" über das Thema berichtet.

Die Stadt habe nun eine Frist bis Ende März 2014, um mehrere Auflagen zu erfüllen. "Es geht uns nicht darum, der Stadt ihren Kurstatus wegzunehmen", so Siebke. "Aber wer Heilbad sein will, muss etwas dafür tun." Demnach könnte die Stadt nun zurückgestuft werden.

Vorwurf auch 1998: Zu viele Abgase

Kritikpunkte sind unter anderem fehlende Hotelbetten, ein seit zehn Jahren ausstehender Flächennutzungsplan und die Bundesstraße B158, die auf einer Brücke fast quer durch die Stadt verläuft und Lärm und Abgase erzeugt.

Bereits 1998 bangte die Stadt um ihren Status. Schon damals lautete der Vorwurf, dass die Luft wegen der sich in der Stadt kreuzenden Bundesstraßen zu schlecht sei. Bislang ist es in Brandenburg allerdings noch nie vorgekommen, dass ein Ort seinen Status als Kurort verloren hat.

Der Status Heilbad ist die höchste Stufe in Deutschland. Die Kurtradition in Bad Freienwalde reicht den Angaben zufolge bis ins 17. Jahrhundert zurück. Hintergrund ist ein Moor, dessen Schlamm für medizinische Bäder verwendet wird. In Brandenburg gibt es insgesamt acht Kurorte.