
Berlin beim Bildungsmonitor auf dem letzten Platz - Wirtschaft gibt Berlin und Brandenburg schlechte Noten
Bei Wirtschaftsforschern sind die Bildungssysteme von Berlin und Brandenburg erneut durchgefallen: Berlin landete beim Bildungsmonitor des Instituts der deutschen Wirtschaft auf dem letzten Platz, Brandenburg auf Rang 14. Berlin kämpft vor allem mit schlechten Schulabschlüssen, Brandenburg schneidet bei der universitären Forschung schlecht ab.
Berlin ist trauriges Schlusslicht: Im am Dienstag veröffentlichten Bildungsmonitor des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln landet das Land im Bundesvergleich auf dem letzten Platz.
Hauptproblem in den Augen der Forscher ist in Berlin die Bildungsarmut. Bei einer Überprüfung im Jahr 2012 habe knapp ein Drittel der Neuntklässler die Mindeststandards für einen mittleren Abschluss in Mathematik verfehlt - zweitschlechtestes Ergebnis im Vergleich der Länder. Trotz Verbesserungen bleibe auch im Bereich Integration viel zu tun: Von 4.124 ausländischen Schulabgängern seien 2012 insgesamt 632 ohne Abschluss geblieben.
Als negativ beurteilen die Forscher zudem die im Ländervergleich häufigen verspäteten Einschulungen und abgebrochenen Ausbildungen. Spitzenwerte erzielt die Hauptstadt dagegen bei Ganztagsschulen und im Bereich der Forschung. Die Forscher loben die hohen Habilitations- und Promotionsquoten.

Brandenburg: Mankos in der Forschung und bei der beruflichen Bildung
Anders in Brandenburg: Beim Verhältnis von Promotionen und Habilitationen zu Professoren landet Brandenburg auf dem letzten Platz der Bundesländer. Verbesserungsbedarf sehen die Forscher zudem im Bereich der beruflichen Bildung. Beim Angebot betrieblicher Ausbildungsstellen habe das Land zwar deutliche Fortschritte gemacht und liege mit einem Wert von 67,2 Prozent knapp über dem Bundesschnitt, schreiben die Forscher. Allerdings wies die Erfolgsquote bei den Abschlussprüfungen im dualen System im Jahr 2011 mit 82,6 Prozent den zweitschlechtesten Wert aller Bundesländer (Durchschnitt 89,7 Prozent) auf.
Allerdings kann das Land auch einen Spitzenwert für sich verbuchen: Die Quote der Schulabgänger ohne Abschluss ist hier mit 7,1 Prozent bundesweit am geringsten. Insgesamt rutschte das Land im Bundesvergleich wieder auf Platz 14 ab. Erst im vergangenen Jahr war es von dort auf Platz 12 geklettert.
Ausgewertet wurden für den Bildungsmonitor die weitgehend bekannten bundesweiten Schulstudien aus jüngster Zeit. Er wurde im Auftrag der arbeitgebernahen Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) erstellt. In der Gesamtbewertung landeten Sachsen, Thüringen und Bayern auf den ersten Plätzen.



