
Tunnel unter der Neuköllner Grenzallee - Erster Bauauftrag für Verlängerung der A100 vergeben
Für die Verlängerung der Autobahn 100 wurde der erste Bauauftrag vergeben. Die Tunnelbauarbeiten unter der Grenzallee in Berlin-Neukölln soll ein Konsortium um den Baukonzern Hochtief übernehmen. Los gehen soll es damit Ende des Jahres.
Es kommt Bewegung in die geplante Verlängerung der Autobahn 100 im Südosten Berlins. Wie Berlins Stadtentwicklungssenator Michael Müller dem rbb am Mittwoch sagte, wurde der erste Bauauftrag vergeben. Die Tunnelbauarbeiten unter der Neuköllner Grenzallee übernehme ein Konsortium um den Baukonzern Hochtief. Ende des Jahres solle mit den Bauarbeiten begonnen werden.
Bei den Tunnelbauarbeiten handelt es sich nur um ein Teilstück der A100, die zwischen Grenzallee und Treptower Park ausgebaut werden soll. Der gesamte etwa drei Kilometer lange Abschnitt soll mehr als 470 Millionen Euro kosten.
Der verkehrspolitische Sprecher der Grünen, Harald Moritz, kritisierte das Vorhaben. Eine Verlängerung mache nur dann Sinn, wenn diese noch weiter bis zur Frankfurter Allee in Lichtenberg geführt werde. Doch dies sei "aberwitzig" und "sehr kostspielig". Er glaube nicht, dass dieses Projekt noch zu finanzieren sei, so Moritz. Stadtentwicklungssenator Müller sagte, man müsse dazu spätere Entscheidungen des Abgeordnetenhauses und des Bundestags abwarten.
Die A100 - einer Berliner Politikum
Das 3,2 Kilometer lange Teilstück der Stadtautobahn A100 von Neukölln nach Treptow war in Berlin lange Zeit heftig umstritten. Politischer Streit und Anwohnerproteste haben das Großprojekt seit Jahren verzögert.
Vor einem Jahr hat das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig entschieden, dass die Berliner Stadtautobahn A100 bis nach Treptow verlängert werden kann. Mit dem Urteil wies das Gericht die Klagen des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg sowie mehrerer Anwohner und Umweltverbände ab, die das Großprojekt gänzlich unterbinden wollten.
Durch die eingereichten Klagen hatte sich der Baubeginn immer wieder verschoben. Auch die Kosten stiegen weiter. Doch nicht nur wegen drohender Mehrkosten ist die A100 zum Berliner Politikum geworden: Nach der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus 2011 scheiterte eine Koalition zwischen den Wunschpartnern SPD und Grüne, weil die Grünen einen Weiterbau der A100 als "rückwärtsgewandte Betonpolitik" strikt ablehnten. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit entschied sich daraufhin für die CDU als neuen Koalitionspartner.


