
Verdeckte Ermittler sollen Metalldiebstähle aufklären - Bahn sagt Kabeldieben den Kampf an
Die Bahn will im Kampf gegen Metalldiebe auch neue Technik ausprobieren, setzt aber vor allem auf bewährte Ermittlungsmethoden: Verdeckte Ermittler sollen vermehrt auf Streife geschickt werden. Außerdem will der Konzern die Metallhändler über aktuelle Diebstähle informieren.
Die Deutsche Bahn will zwar weiter moderne Technik gegen Kabeldiebe einsetzen. Vor allem aber setze man auf die altbewährte Polizeiarbeit, gab der Konzern am Montag bekannt. Danach soll es mehr Sonderaktionen der Bundespolizei geben, bei denen dann bis zu 150 Beamte und verdeckte Ermittler gemeinsam nach den Tätern fahnden. Bei diesen Aktionen sollen auch Hubschrauber mit Wärmebildkameras zum Einsatz kommen. Zusätzlich will die Bahn Metallhändler über Diebstähle informieren.

Metalldiebstahl ist bei der Bahn weiterhin ein massives Problem: Im vergangenen Jahr verursachten Diebstähle dabei Schäden in Höhe von 17 Millionen Euro. In Berlin sind nach wie vor die Baustellen und Gleisanlagen rund um das Biesdorfer und das Karower Kreuz sowie der Streckenabschnitt zwischen Neukölln und Treptow betroffen.
Vattenfall setzt auf Drohnen
Auch andere Unternehmen kämpfen gegen Metalldiebstahl: Der Energiekonzern Vattenfall hatte zuletzt angekündigt, mit Drohnen dagegen vorzugehen. Die Telekom markiert ihre Kabel mittlerweile mit künstlicher DNA, um die Diebe später überführen zu können. Auch die Bahn setzt seit längerem künstliche DNA zum Schutz ihrer Anlagen ein. An besonders gefährdeten Strecken wird teures Buntmetall auch gegen Stahl ausgetauscht.
All diese Maßnhamen zeigen offenbar bereits Wirkung: Die Bahn zählte im ersten Halbjahr mit rund 820 Diebstählen etwa 40 Prozent weniger Metalldiebstähle als im Vorjahreszeitraum. Sinkende Schrottpreise für Buntmetall tun ein Übriges und machen den Kabelklau unattraktiver.
Dennoch gab es in den ersten sechs Monaten dieses Jahres wegen Metalldiebstahls mehr als eintausend Verspätungsstunden im Zugverkehr.


