
Millionen Euro bewilligt - Brandenburgs Landwirte erhalten erste Hochwasserhilfen
Gut vier Monate nach dem Elbe-Hochwasser erhalten Brandenburgs Bauern erste Gelder aus dem Hilfsprogramm Landwirtschaft. An 13 Landwirte wurde bislang Schadensausgleich in Höhe von insgesamt zwei Millionen Euro gezahlt. Weitere 55 Anträge mit einem Volumen von 5,3 Millionen Euro sind bewilligt. Härtefälle haben bei der Bearbeitung Vorrang.
Das Hilfsprogramm für hochwassergeschädigte Landwirte in Brandenburg kommt in Gang. Gut vier Monate nach dem Elbe-Hochwasser hat das Land die ersten Gelder ausgezahlt. Bislang hätten 13 Landwirte Schadensausgleich in Höhe von insgesamt rund zwei Millionen Euro erhalten, teilte Agrarminister Jörg Vogelsänger (SPD) am Mittwoch in Potsdam mit. Zudem seien weitere 55 Anträge mit einem Volumen von 5,3 Millionen Euro bereits bewilligt.
Bis Mitte Oktober sind den Angaben zufolge 318 Anträge auf Hochwasserhilfe eingegangen. Die beantragten Mittel summieren sich auf rund 20 Millionen Euro. Zu den Schäden gehörten neben Ernteausfällen auch die Kosten für die Bergung der Tiere und die Räumung der überfluteten Flächen. Die Antragsfrist endet am 30 Juni 2015.
In Härtefällen bis zu 100 Prozent Schadenausgleich
Nach Angaben von Vogelsänger werden unter anderem die Härtefälle aus den überfluteten Havelpoldern bevorzugt bearbeitet. „Das sind vor allem kleinere und mittlere Betriebe“, erkläuterte Ministeriumssprecher Jens-Uwe Schade. Bei Härtefällen werden die beantragten Hilfen bis zu 100 Prozent aus dem Bund-Länderprogramm beglichen. Alle weiteren Antragsteller aus der Landwirtschaft können mit einem Schadensausgleich in Höhe von 80 Prozent rechnen.
Woidke: Hochwasserschutz bundesweit koordinieren
Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) will sich bei der am Donnerstag in Heidelberg beginnenden Ministerpräsidentenkonferenz für eine bundesweite Koordinierung des Hochwasserschutzes einsetzen. „Wir müssen die Kleinstaaterei beim Hochwasserschutz beenden“, sagte Woidke in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Er verwies auf den Deichbruch bei Fischbeck in Sachsen-Anhalt, durch den auch Flüchen in Brandenburg überflutet wurden. Knapp zwei Monate nach seinem Amtsantritt nimmt Woidke erstmals zum Treffen der Länderchefs.
Der Bund müsse sich künftig auch an Investitionskosten beteiligen und insbesondere den finanziell schwachen Ländern helfen, forderte Woidke weiter. Nach seinen Angaben wurden in Brandenburg seit dem Hochwasser 1997 insgesamt rund 400 Millionen Euro in Deuche an Elbe und Oder investiert.

