
Neues Unternehmen mit Planung beauftragt - Zweifel am Zeitplan des "City Cube" erhärten sich
Die pünktliche Eröffnung des "City Cube" im März 2014 auf dem Berliner Messegelände wird immer fraglicher. Laut rbb-Recherchen wurde nicht nur ein für Ende März geplanter Chirurgenkongress ins sanierungsbedürftige ICC verlegt, sondern auch die Daimler-Hauptversammlung am 9. April. Und das Projekt hat einen neuen Planer, wie Wirtschaftssenatorin Yzer nun einräumte.
Die Zweifel an der pünktlichen Eröffnung der neuen Kongress- und Messehalle "City Cube" Ende März 2014 verhärten sich. Nach rbb-Recherchen wird nicht nur ein großer Chirurgenkongress, der vom 25. bis 28. März 2014 als Bewährungsprobe für die neue Halle dienen sollte, in das dringend sanierungsbedürftige ICC verlegt - sondern auch die Daimler-Hauptversammlung am 9. April wird statt im "City Cube" per Ausnahmegenehmigung im asbestverseuchten ICC stattfinden. Und selbst im Mai hält die Messe Berlin das alte "Raumschiff" noch für zwei große Veranstaltungen des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) bereit - für den Fall, dass die neue Halle bis dahin nicht fertig wird.
Dass der Zeitplan möglicherweise eng werden könnte, lässt sich auch aus dem Protokoll einer Baubesprechung im Januar dieses Jahres herauslesen, das dem rbb vorliegt. Darin heißt es unter anderem, es wäre "sinnvoll, die Möglichkeit offenzuhalten, das ICC bis Juni 2014 als Rückfallposition für mögliche Verzögerungen bei der Fertigstellung des CCB (City Cube Berlin, d. Red.) zu nutzen".
Neuer Troubleshooter soll Planung richten
Zudem hat nach rbb-Informationen die für den Bau zuständige Messe Berlin GmbH den Firmen für die Elektroplanung und die technische Gebäudeausrüstung - also für Heizung, Klima, Brandschutz - das Controlling entzogen. Neu im Boot ist nun ein Unternehmen, das als sogenannter Troubleshooter geholt wurde: GPC - Gebäudetechnisches Projektcontrolling.
Von der Messe gibt es dazu keinen Kommentar. Aber Wirtschaftssenatorin Cornelia Yzer (CDU) räumte zumindest im Wirtschaftsausschuss des Parlaments ein, es habe "einen Wechsel bei den Planern gegeben". Dies habe nach Angaben der Messe "zunächst auch zu Verzögerungen geführt". Diese hätten aber in der Zwischenzeit kompensiert werden können.
Die grüne Wirtschaftsexpertin Nicole Ludwig kritisierte die Informationspolitik der Messe Berlin. "Letzte Woche hat Frau Yzer im Planungsausschuss noch gesagt, sie wisse nichts von Wechseln. Wenn das schon im Sommer der Fall war, frage ich mich, wie da die Kommunikation läuft zwischen der Messe und der Senatorin", sagte sie am Montag dem rbb.
Platz für 11.000 Besucher
Der Neubau kostet rund 80 Millionen Euro, darin enthalten sind die Kosten für den Abriss der Deutschlandhalle. Die neue Kongresshalle soll bis zu 11.000 Besuchern Platz bieten. Die Messe Berlin hatte ursprünglich als Eröffnungstermin die nächste Internationale Grüne Woche ins Auge gefasst - die findet allerdings bereits im Januar 2014 statt. Der Bauablauf war schon im Frühjahr dieses Jahres aus dem Zeitplan geraten, weil der lange Winter inklusive Schnee im März die Arbeiten verzögert hatte.

