
Kampf gegen Metalldiebe - Vattenfall will Tagebau mit Mini-Hubschrauber schützen
Der Energiekonzern Vattenfall will sich besser vor Metalldieben schützen. Die Diebe hatten im vergangenen Jahr nach Vattenfall-Angaben einen Schaden von 350.000 Euro verursacht. Das Unternehmen testet deshalb jetzt den Einsatz eines Flugroboters, um Tagebaue aus der Luft zu überwachen.
Im Kampf gegen Metalldiebe setzt der Tagebaubetreiber Vattenfall nun auch einen Flugroboter ein. Der ferngesteuerte Mini-Hubschrauber sei mit einer Wärmebildkamera ausgestattet und könne auch nachts Fotos von Verdächtigen aufnehmen und zum Sicherheitsleitstand am Standort Schwarze Pumpe an der Landesgrenze zu Sachsen übertragen, sagte Siegfried Haase, Leiter des Sicherheitsmanagements von Vattenfall, am Mittwoch im Tagebau Jänschwalde. Dort präsentierte der Konzern am Mittwoch Beispiele seines Sicherheitskonzeptes.
Das Flugroboter-Pilotprojekt und andere Sicherheitssysteme sollen der Polizei helfen, Kupferdiebe schneller dingfest zu machen. Zudem wurden Kabel zur Stromversorgung der Grubenpumpen mit künstlicher DNA markiert, vor Tagebau-Zufahrten Wälle aufgeschüttet und Diebstahlwarnanlagen an Trafostationen angebracht. "Falls sich hier Diebe zu schaffen machen, dreht sich eine Rundumleuchte und ein Hupenalarm wird ausgelöst", sagte Haase.
Diese Information gehe an die eingesetzten Streifen, die sofort zum Tatort fahren könnten. Zudem könne dann der Flugroboter, der eine Reichweite von fünf Kilometern habe, zur Beobachtung der Täter eingesetzt werden. "Wir können diese Diebstähle nicht verhindern, aber mit technischen Mitteln eindämmen", betonte Haase. Die künstliche DNA auf den Kabeln helfe der Polizei, Diebesgut konkreten Tatorten zuordnen zu können.
Im vergangenem Jahr war Vattenfall durch Metalldiebe ein Schaden von 350.000 Euro entstanden, teilte der Konzern mit. Erst zu Wochenbeginn hatten Unbekannte im benachbarten Tagebau Cottbus-Nord rund 1.000 Meter Kupferkabel gestohlen.
Deshalb trat Vattenfall 2012 einer Sicherheits-Partnerschaft mit anderen Unternehmen und Metallhändlern bei. Sie wurde auf Initiative der Deutschen Bahn gegründet und arbeitet unter anderem auch mit der Deutschen Telekom zusammen.
Telekom kämpft gegen Kupferdiebe
Auch die Telekom hat ein großes Problem mit Metalldiebstählen. Kupferkabel-Diebe haben 2012 laut Telekom allein in Brandenburg, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern einen Schaden von 700.000 Euro angerichtet haben. Deshalb sichert das Unternehmen seine Kabel jetzt mit einem neuen Sicherungsverfahren: der künstlichen DNA. Dabei handelt es sich um eine Spezialflüssigkeit, die Mikropartikel mit einem Code enthält. Die Registriernummer der verwendeten Flüssigkeit wird in einer Datenbank gespeichert.
Für die Kabelmarkierungen arbeitet die Telekom mit einer Sicherheitsfirma aus Stahnsdorf (Potsdam-Mittelmark) zusammen. Diese stellt den ferngesteuerten Hubschrauber zur Verfügung, der die Kupferleitungen mit der synthetischen Paste markiert.
Mittlerweile sei man soweit, dass der künstlichen DNA auch Geruchsstoffe beigemischt werden können. "Spürhunde sind so in der Lage, gestohlenes Diebesgut schnell zu erschnüffeln", erklärte der Geschäftsführer der Stahnsdorfer Firma ATG, Sascha Fuchs.
Auch die Deutsche Bahn sichert ihre Anlagen mit künstlichen DNA. Die Polizei setzt im Kampf gegen Diebstahl zudem Hubschrauber mit Wärmebildkameras ein. Besatzungen können aus dem "fliegenden Auge" heraus die Einsatzkräfte am Boden auch nachts schnell auf die Spur der Diebe bringen.



