Grafik: Geld verschwindet in einer Therme, Quelle: rbb
Video: Brandenburg aktuell |17.10.2013 | Beitrag von Theresa Majerowitsch

Bauprojekt Blütentherme - Wellnesstraum in Werder wird teurer

Die neue Blütentherme in Werder an der Havel wird teurer als geplant. Als Grund verweist der Betreiber auf nötige Investitionen in mehr Attraktivität - wegen der Konkurrenz zur neuen Therme in Potsdam. Jetzt soll die Stadt Werder 900.000 Euro zusätzlich zu den vereinbarten 18 Millionen zahlen. Die Situation erinnert an den Bau der Kristalltherme Ludwigsfelde.

Der Traum von Wellness in Werder soll Wirklichkeit werden - noch ist der Eröffnungstermin der Therme aber nicht in Sicht. Dazu hat ein Schreiben der Kristall Bäder AG an die Stadt die Politiker aufgeschreckt: Wegen der Konkurrenz zur ebenfalls neu entstehenden Therme in Potsdam, sei eine Attraktivitätsverbesserung nötig. Mehr Umkleidekabinen, Marmorböden, Rutschen und weitere Baukosten sollen dafür sorgen, dass die Besucher nach Werder strömen. Kosten: Rund sieben Millionen Euro. 900.000 von diesen Kosten soll die Stadt übernehmen.

Die Abgeordneten sind entsetzt, schließlich war vereinbart, dass die Stadt Werder bei Mehrkosten nicht belastet werde. Einige von ihnen fordern die Offenlegung des geheim gehaltenen Vertrages, über den nur die Aufteilung der Kosten bekannt ist. Demnach zahlt die Stadt rund 18 Millionen Euro, die zur Hälfte aus Erspartem, zur Hälfte von Krediten gedeckt wird.

Baustelle Blütentherme in Werder (Quelle: dpa)

Erst Ludwigsfelde, dann Werder

Erfahrungen hat man mit der Kristall Bäder Gruppe auch in anderen Kommunen, wie Ludwigsfelde. Auch dort hatte die Gruppe wegen drohender Potsdamer Konkurrenz damals das Bad verbessern wollen und mehr Geld gefordert. Damals zog die Stadt vor Gericht - und musste letztendlich einen Anteil des Differenzbetrags, 800.000 Euro von insgesamt 1,6 Millionen zusätzlicher Baukosten, bezahlen. Eröffnet wurde die Kristalltherme im Frühjahr 2006.

Über die derzeitige Position der Stadt Werder zum Schreiben sagte Finanzdezernent Christian Große dem rbb: "Diese Schreiben wird jetzt durch die Stadt Werder geprüft durch unsere Rechtsbeistände und dann wird man sich, wie es unter Vertragspartnern üblich ist, an den Tisch setzen und die Forderungen genau ausklamüsern."

 

Beitrag von Theresa Majerowitsch

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