
Zahl der Viehdiebstähle steigt an - Wie soll man auch eine Kuh sichern …
Manchmal kommen die Diebe sogar am helllichten Tag. Sie fahren mit einem Transporter auf einen Hof, laden Kälber oder Schafe auf und verschwinden wieder. In Brandenburg ist die Zahl der Viehdiebstähle angestiegen. Die Landwirte bleiben auf den Schäden meist sitzen.
Immer mehr Schafe, Kühe oder Schweine werden in Brandenburg von Höfen oder Koppeln gestohlen. Auch wenn die Zahl der gemeldeten Fälle mit 29 noch vergleichsweise gering ist, haben die Behörden zuletzt eine deutliche Zunahme verzeichnet. Wurden 2011 in der Mark noch 19 Viehdiebstähle registriert, waren es im vergangenen Jahr bereits 29. Wie die Brandenburgische Polizei am Donnerstag mitteilte, dürfte die Dunkelziffer aber höher liegen, da nicht alle Diebstähle gemeldet würden. Die Schadenssumme habe sich von knapp 17.000 Euro auf rund 33.500 Euro im Jahr 2012 nahezu verdoppelt.

"Die wandern gleich in die Wurst"
Die Aufklärungsquote solcher Straftaten ist gering, was den Dieben in die Hände spielt. So konnten im vergangenen Jahr lediglich drei Fälle aufgeklärt werden. "Die Langfinger agieren oft sehr dreist, fahren mit Viehtransportern am helllichten Tag auf die Höfe und laden einfach ein", sagt Holger Brantsch vom Landesbauernverband. Für Außenstehende sehe es so aus, als ob die Viehbesitzer selbst ihre Tiere verladen. Damit folgen die Diebe einer ähnlichen Masche wie organisierte Fahrraddiebe, die zum ganz ganze Stellplätze leerräumen und in bereitstehende LKW verladen.
"So etwas dauert ja auch nicht lange, so dass Ermittler kaum eine Chance haben", so der Verbandssprecher weiter. Außerdem sei es kaum möglich, Kühe, Schafe oder andere Tiere etwa auf Koppeln und Weiden ausreichend zu sichern. Das gestohlene Vieh wiederzufinden, ist laut Brantsch ebenso schier unmöglich. Er vermutet, dass sie gleich "in die Wurst wandern" oder gen Osten gebracht werden.
27 Kälber auf einen Schlag
Am häufigsten schlugen Viehdiebe in den Landkreisen Elbe-Elster, Märkisch-Oderland und der Uckermark zu. 2012 wurden hier jeweils vier Übergriffe gemeldet. "Das sind keine Lappalien. Das tut den Landwirten richtig weh", so Brantsch. Im September 2013 etwa stahlen Viehdiebe bei Saadow (Oberspreewald-Lausitz) in einer Milchviehanlage auf einen Schlag 27 Kälber. Der Schaden: 6000 Euro.
Noch höher sind die Schäden, die beim Diebstahl von Landtechnik entstehen. Vor allem Landwirte im grenznahen Raum zu Polen werden nach Angaben des Verbandssprechers immer wieder bestohlen. Sogar aus verschlossenen Garagen verschwinde Technik. Um der Grenzkriminalität zu begegnen, hat die Polizei drei Hundertschaften in die Region geschickt.




