Mehrkosten von drei Millionen Euro möglich -
"City Cube" wird nochmals teurer
Weil sich der Bau des neuen Berliner Kongress-Zentrums City Cube verzögert, steigen nun auch die Kosten. Denn zwei geplante Kongresse müssen nun verlagert werden. Und das wirkt sich finanziell unmittelbar aus.
Das neue Berliner Kongress-Zentrum City Cube wird offenbar nochmals teurer. Wie der rbb erfuhr, entstehen zusätzliche Risiken in Höhe von drei Millionen Euro, weil der Innenausbau länger dauert als geplant. Das habe der Senat in einem vetraulichen Bericht an das Abgeordnetenhaus eingeräumt.
Bislang war die Messe von knapp 80 Millionen Euro Baukosten ausgegangen, darin ist bereits eine Kostenerhöhung enthalten. Weitere Kosten von gut 400.000 Euro entstehen nach dem Bericht dadurch, dass zwei Kongresse aus dem City Cube verlagert werden müssen, weil der Bau nicht pünktlich fertig wird.
Das ICC wird saniert
Daimler-Hauptversammlung per Ausnahmegenehmigung im ICC
Eigentlich sollte die erste Veranstaltung im Neubau ein Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie sein, der vom 25. bis 28. März 2014 stattfinden soll. Dieser wurde bereits in mehrere Messehallen auf dem Südgelände verlegt.
Auch die für den 9. April geplante Daimler-Hauptversammlung wird anstatt im neuen "City Cube" per Ausnahmegenehmigung im Internationalen Congress-Centrum Berlin ICC stattfinden.
Die neue Halle "City Cube" soll alle Kongresse aufnehmen, die wegen der Sanierung nicht mehr im ICC stattfinden können.
Auf 22.500 Quadratmetern soll der "City Cube" Platz für Veranstaltungen mit bis zu 11.000 Menschen bieten. Der Bau wird auf dem Gelände der Deutschlandhalle errichtet, die Ende 2011 nach knapp 80 Jahren gesprengt worden war. Statt wie ursprünglich geplant im März kommenden Jahres, wird er wohl frühestens im Mai 2014 eingeweiht.
Der "City Cube" grenzt an die Messehallen. Auf die dunkelgrauen Paneele im Obergeschoss soll in den kommenden Wochen eine insgesamt 5.500 Quadratmeter große, helle textile Fassade montiert werden.
Wie in dieser Visualisierung soll der Außenbereich der neuen Messe-Kongresshalle aussehen. In zwei übereinander gebauten Hallen können die Veranstaltungen stattfinden.
Die obere, etwa zwölf Meter hohe Halle ist für Ausstellungen und Konzerte geplant. Insgesamt soll der "City Cube" Platz für bis zu 11.000 Besucher bieten.
Die untere Veranstaltungshalle soll sich durch flexible Trennwände in bis zu acht Konferenzsäle teilen lassen.
Für die neue Kongresshalle musste die altehrwürdige Deutschlandhalle weichen. Nach 67 Jahren - sie war 1936 für die Olympischen Spiele gebaut worden.
Ende 2011 begonnen die Abrissarbeiten, das 6000 Quadratmeter große Dach wurde gesprengt.
Den Abriss musste der Berliner Senat gegen Denkmalschützer durchsetzen. In der Deutschlandhalle hatten legendäre Konzerte stattgefunden, Künstler wie Jimi Hendrix, Pink Floyd, David Bowie oder die Rolling Stones waren hier aufgetreten.
Am 5. Juli 2012 wurde der Grundstein für die neue Kongresshalle gelegt. Sie war nötig geworden, weil die Messe Berlin dringend neue Ausweichflächen braucht. Das asbestbelastete Internationale Congress-Centrum ICC in Charlottenburg muss langfristig saniert werden.
Der "City Cube" soll rund 80 Millionen Euro kosten, allein der Abriss der Deutschlandhalle war elf Millionen Euro teuer. Insgesamt hat die neue Halle eine Nutzfläche von 22.500 Quadratmetern.
Am 10. Juni 2013 feierte die Messe Berlin das Richtfest des City Cube - nach elf Monaten Bauzeit. Der lange Winter hatte die Arbeiten da bereits um mehrere Wochen verzögert.
Berlins Wirtschaftssenatorin Cornelia Yzer (CDU) erklärte beim Richtfest, Berlin stehe als Messestandort bereits weltweit auf Platz drei. Jetzt sei "unser Ziel, Wien und Paris zu übertreffen“.
Doch das wird noch eine ganze Weile dauern - mindestens bis zum Frühling 2014. Ursprünglich sollte bereits die Grüne Woche Anfang des kommenden Jahres im "City Cube" stattfinden. Inzwischen ist klar, dass auch die Reisemesse ITB im März noch nicht in der neuen Halle veranstaltet werden kann.
Es lag schon länger in der Luft - nun kommt die offizielle Bestätigung der Berliner Messe: Der Bau des neuen Kongressgebäudes "City Cube" auf dem Messegelände verzögert sich. Frühenstens im Mai 2014 soll es in Betrieb gehen - anstatt wie geplant im März. Bis dahin wird das asbestverseuchte ICC weiter genutzt.
Die pünktliche Eröffnung des "City Cube" im März 2014 auf dem Berliner Messegelände wird immer fraglicher. Laut rbb-Recherchen wurde nicht nur ein für Ende März geplanter Chirurgenkongress ins sanierungsbedürftige ICC verlegt, sondern auch die Daimler-Hauptversammlung am 9. April. Und das Projekt hat einen neuen Planer, wie Wirtschaftssenatorin Yzer nun einräumte.