Wolfgang Prock-Schauer, Vorstandschef von Air Berlin (Quelle: dpa)

Prock-Schauer stellt Quartalszahlen vor - Air Berlin will 2014 wieder an Höhe gewinnen

Schwacher Sommer, harter Winter: Deutschlands zweitgrößtes Luftfahrtunternehmen hat im dritten Quartal mit rückläufigen Umsätze zu kämpfen. Für 2013 ist das Gewinnziel jedenfalls begraben, so Vorstandschef Wolfgang Prock-Schauer. Trotz dieses Dämpfers zeigt sich Air Berlin für 2014 aber weiter zuversichtlich.

Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft Air Berlin erwartet für 2014 weiterhin ein positives Ergebnis vor Zinsen und Steuern - trotz der schlechten Bilanz für 2013. Das sagte Vorstandschef Wolfgang Prock-Schauer am Donnerstag bei Vorstellung der Quartalszahlen.

Ob auch unter dem Strich schwarze Zahlen stehen könnten, wollte das Management noch nicht sagen. Für das aktuelle Jahr hat Air Berlin seine Gewinnhoffnungen bereits begraben. Wegen der schwachen Sommersaison sei operativ eine schwarze Null nicht mehr zu erreichen. Jetzt wird nach Sondererlösen gesucht, um den Jahresverlust in Grenzen zu halten.

Ein Flugzeug der Gesellschaft Air Berlin befindet sich im Landeanflug (Quelle:dpa/lbn)
Air Berlin hat seit 2007 keine Gewinne mehr ausweisen können.

Kein Höhenflug im Sommer

Normalerweise fliegen Fluggesellschaften im Sommer den Großteil ihrer Gewinne ein, doch Air Berlin hat in den vergangenen Monaten unter dem harten Konkurrenzkampf gelitten. "Auch wenn das dritte Quartal ordentlich gelaufen ist, konnten wir unsere Ergebnisziele nicht erreichen", erklärte Unternehmenschef Wolfgang Prock-Schauer bei der Vorlage der Zwischenbilanz am Mittwoch.

Die Markterwartungen für das Jahresergebnis 2013 könne Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft nur durch Einmaleffekte annähernd erreichen. "Darüber hinaus werden wir es mit einem schwierigen Winterhalbjahr zu tun haben", warnte Prock-Schauer.

Zwischen Juli und September schrumpfte der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 3,5 Prozent auf 1,35 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis (Ebit) verbesserte sich um 14 Prozent auf 115,6 Millionen Euro. Auch unter dem Strich schaffte es Air Berlin in die schwarzen Zahlen. Das angepasste Nettoergebnis betrug 101 Millionen Euro nach 105,2 Millionen im Vorjahresquartal.

Ein Kapitalpolster hat Air Berlin jedoch nach wie vor nicht. Das Eigenkapital bewegte sich zum 30. September mit minus 6,1 Millionen Euro im negativen Bereich.

Sanierungsprogramm soll 400 Millionen Euro bringen

Im Rahmen des Sanierungsprogramms "Turbine" hatte Mehdorn-Nachfolger Prock-Schauer Anfang 2013 verkündet, bis Ende 2014 rund 400 Millionen Euro einsparen zu wollen. Dazu seien harte Einschnitte vorgesehen, auch beim Personal. So solle nicht nur jede zehnte Stelle wegfallen; auch sollten die Mitarbeiter einen eigenen Sanierungsbeitrag leisten - durch Verzicht auf Gehaltsbestandteile, hieß es.

Wie das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" berichtet hatte, wollten auch Prock-Schauer und seine vier Vorstandskollegen freiwillig auf Geld verzichten, in Höhe von zehn Prozent ihrer bisherigen Bezüge. Den rund 9300 Mitarbeitern sollten fünf Prozent ihres Gehalts gestrichen werden.

Insgesamt will die Fluggesellschaft, die seit 2007 keinen Gewinn mehr ausweisen konnte, mit dem "Turbine"-Programm rund 400 Millionen Euro einsparen - ein Zehntel davon durch Stellenstreichungen und Gehaltskürzungen.

Eine Maschine der Fluggesellschaft AirBerlin landet auf einer Start- und Landebahn des Flughafens Berlin-Tegel (Quelle: dpa)

Neuer Quartalsbericht - Air Berlin erholt sich nur langsam

Trotz harter Einschnitte kommt die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft nur langsam aus den roten Zahlen. So hat Air Berlin seinen Verlust im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahr zwar deutlich verringern können, doch unter dem Strich steht immer noch ein Minus von 38 Millionen Euro.