Vorwurf der Untreue - IHK-Präsident Stimming im Visier der Staatsanwaltschaft
Der Rücktritt des Potsdamer IHK-Präsidenten Victor Stimming beschäftigt nun auch die Staatsanwaltschaft. "Wir prüfen einen Anfangsverdacht der Untreue", hieß es. Stimming war am Mittwoch - offiziell aus gesundheitlichen Gründen - von seinem Amt zurückgetreten. Es steht jedoch der Vorwurf der Vetternwirtschaft im Raum.
Die Potsdamer Staatsanwaltschaft prüft einen Anfangsverdacht der Untreue gegen den langjährigen Präsidenten der Potsdamer Industrie- und Handelskammer (IHK), Victor Stimming. Oberstaatsanwalt Helmut Lange bestätigte am Donnerstag entsprechende Medienberichte.
Stimming war am Mittwoch auf einer IHK-Vollversammlung mit sofortiger Wirkung von seinem Amt zurückgetreten - offiziell aus Gründen der Gesundheit. Zuvor hatten Zeitungen allerdings über Vorwürfe der Vetternwirtschaft berichtet. Der 62 Jahre alte Stimming soll für sein Ehrenamt eine Entschädigung und Beraterhonorare erhalten haben.
Dienstwagen und zweite Sekretärin
Der rbb hatte Ende Oktober berichtet, dass sich Stimming, der seine Funktion wie andere IHK-Präsidenten auch ehrenamtlich ausübt, einen Dienstwagen und eine Sekretärin finanzieren lässt, die ihren Schreibtisch nicht in Potsdam, sondern in seinem eigenen Baubetrieb in Brandenburg an der Havel hat.
Auch andere Vorwürfe gegen Stimming sind laut geworden. So hatte sein Sohn, der ebenfalls in der Baubranche tätig ist, vor neun Jahren den Zuschlag für ein Nebengebäude am IHK-Standort in Potsdam erhalten.
Den Vorwurf der Einflussnahme wies der frühere IHK-Chef zurück. Es habe sich um eine ganz normale Ausschreibung gehandelt, bei der sein Sohn das günstigste Angebot abgegeben habe, schreibt die "Märkische Allgemeine". Auch der kostenintensive Umbau der Villa Carlshagen zu einem Schulungszentrum stößt innerhalb der Kammer auf Kritik.





