Mit einer modifizierten Landmaschine für die Rübenernte wird auf einem Feld Grünkohl geerntet (Quelle: dpa)

Agrar-Kompromiss - Brandenburgs Bauern kommen mit "blauem Auge" davon

6,2 Milliarden EU-Zuschüsse für die Landwirtschaft sollen besser verteilt werden. Wie, darauf haben sich am Montag die Bundesländer geeinigt. Mehr Geld für kleinere und mittlere Betriebe soll es geben. Dabei gucken viele Brandenburger Betriebe, im Durchschnitt fast 200 Hektar groß, in die Röhre.

Die Landwirtschaftsminister von Bund und Ländern haben sich am Montagabend auf einen Kompromiss zur nationalen Umsetzung der EU-Agrarreform geeinigt. Künftig sollen nur noch 50 Hektar pro Betrieb gefördert werden. Insgesamt bekommen die deutschen Landwirte ab dem kommenden Jahr nur noch insgesamt 6,2 Milliarden Euro jährlich. Das sind zehn Prozent weniger als bisher.

Aus Sicht des Landesbauernverbands gehört Brandenburg, obwohl es hier besonders viele große Betriebe gibt, bei dem Kompromiss nicht zu den Verlierern. Das Positive sei, dass man jetzt endlich wisse, mit welchen Größenordnungen man für die nächsten sieben Jahre rechnen könne, sagte der Präsident des Brandenburger Verbands, Udo Folgart, am Dienstag dem rbb.

Dass es weniger Geld gebe, sei von vornherein klar gewesen. Mit dieser Kompromisslinie seien die Brandenburger, bezogen auf den ostdeutschen Raum, "noch fast mit einem blauen Auge" davongekommen. Die Einschnitte in den angrenzenden anderen ostdeutschen Ländern bezeichnete Folgart wegen der bislang höheren Flächenprämiensätze als wesentlich größer als in Brandenburg.

Kleinere Betriebe profitieren

Der Vizepräsident des Landesbauernverbands Brandenburg, Henrik Wendorff, sagte am Dienstag dem rbb, von der Regelung profitierten vor allem die südlichen Bundesländer wie Bayern und Baden-Württemberg mit einer Vielzahl von kleineren Unternehmen. Dort gebe es auch eine Vielzahl an Nebenerwerbslandwirten.

In Brandenburg sei das nicht die Regel. Der durchschnittliche Betrieb sei hier fast 200 Hektar groß. Wenn nun die ersten 50 Hektar bessergestellt würden, werde das Paket für Brandenburg und Ostdeutschland nur geringe Wirkungen zeigen.

Dennoch haben auch die Agrarminister der fünf ostdeutschen Länder bei der Sonderkonferenz in München dem Kompromiss zugestimmt.

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