
Selbstabfertigung auf S-Bahnhöfen kommt - Festes Personal auf S-Bahnhöfen wird bis Ende 2014 abgeschafft
Wenn auf Bahnhöfen Videokameras montiert werden, dann geht es meist um die Sicherheit. Bei der S-Bahn ist das etwas anders. Ab 2013 sollen auf mehr als 80 Bahnhöfen Kameras installiert werden. Die Lokführer sollen auf allen Bahnhöfen ihre Züge selbst abfertigen. Festes Personal auf den Bahnhöfen wird dann nicht mehr benötigt.
Von vielen S-Bahnhöfen kennt man das schon: Der Zug fährt ein, der Lokführer tritt aus dem Wagen, kontrolliert den Bahnsteig und gibt das Signal zur Weiterfahrt. Das funktioniert dort, wo der Bahnsteig gut einsehbar ist. Doch manche sind verwinkelt oder gekrümmt. Hier sind bislang noch feste Zugabfertiger auf den Bahnhöfen stationiert.
Das will die Berliner S-Bahn nun ändern und zwar mit Videotechnik. Im kommenden Jahr will das Unternehmen mehr als 80 Bahnhöfe mit zusätzlichen Kameras ausstatten. Künftig sollen die Bilder per WLAN auf einen Bildschirm im Führerstand übertragen werden.
Betriebsrat stellt sich gegen Videotechnik
Die stationäre Aufsicht werde damit ersetzt, bestätigt S-Bahn-Chef Peter Buchner gegenüber dem rbb. Auch der Einsatz von großen Spiegeln, wie es die Berliner Verkehrsbetriebe auf ihren U-Bahnhöfen handhabt, sei im Gespräch. "Um den Lokführer zu entlasten, wollen wir an möglichst vielen Bahnhöfen, wo die Triebfahrzeugführer aus dem Führerstand heraustreten müssen, große Spiegel anbringen, damit sie von ihrem Platz aus die Abfertigung durchführen können."
Der S-Bahn-Betriebsrat ist nach wie vor gegen die Videotechnik, aber Buchner hofft noch auf eine einvernehmliche Lösung. Das Eisenbahn-Bundesamt hat die zusätzliche Überwachungstechnik allerdings bereits genehmigt.
Installiert wird die Technik in jedem Fall schon einmal. Festes Aufsichtspersonal wird es ab Ende 2014 dann auf keinem Bahnhof mehr geben – wohl aber 120 sogenannte "Mobile Aufsichten", die je nach Bedarf flexibel auf den Stationen eingesetzt werden sollen.


