
Gewerbesteuern stehen aus - Getgoods mit hohen Schulden bei der Stadt Frankfurt
Der Insolvenzfall getgoods.de ist nun auch ein "Fall Frankfurt": Die Stadt fürchtet nicht nur um einen Arbeitgeber, sondern auch um Steuergeld. Nach Angaben der Stadt stehen bereits jetzt hohe sechsstellige Beträge aus. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.
Der Stadt Frankfurt (Oder) kämpft immer wieder mit großen und kleinen Pleiten seiner Arbeitgeber und Steuerzahler. Das 23. Jahr nach der Wende ist ein ganz besonders schweres: erst geht der Solaranlagenhersteller Conergy pleite, nun meldet der Online-Händler getgoods.de Insolvenz an.
Nachdem das Unternehmen am Donnerstag seine Zahlungsunfähigkeit angekündigt hatte, werden die Wunden sichtbar, die diese erneute Geschäftspleite in der Stadt hinterlässt. Nach der Sorge um den Weiterbetrieb und um die Arbeitsplätze verweist die Stadt jetzt auch auf bereits zu bilanzierende Steuerausfälle.

Steuerausfälle in sechsstelliger Höhe
Nach rbb-Informationen schuldet das Onlinehandelshaus der Stadt noch einen hohen sechsstelligen Betrag an Gewerbesteuern aus vergangenen Jahren.
Der Kreisvorsitzende der Linken, Rene Wilke, sagte dem rbb, es gehe aber nicht nur um die Gewerbesteuereinnahmen, sondern auch um die Mitarbeiter, die nun ihren Arbeitsplatz verlören. "Für die Stadt ist es natürlich ein weiterer schwerer Schlag nach dem Wegbruch der Solarbranche. Da hingen ja viele Hoffnungen auch an Getgoods. Die haben sich jetzt ein Stück weit zerschlagen."
Von Seiten der Staatsanwaltschaft hieß es, gegen getgoods.de werde jetzt ermittelt, ob Insolvenzstraften vorlägen. Zudem gebe es eine private Strafanzeige, berichtete Behördensprecher Sören Schrade dem rbb.
Getgoods will Geschäftsbetrieb fortsetzen
Das Unternehmen teilte am Freitag mit, dass trotz des Insolvenzantrags die
getgoods.de Vertriebs GmbH weiter arbeite. Die Online-Shops blieben geöffnet, erklärte das Büro des vorläufigen Insolvenzverwalters Rüdiger Wienberg am Freitag. Verbraucherschützer warnen allerdings davor, per Vorkasse zu zahlen.
Nach Angaben des Amtsgerichts Frankfurt (Oder) ist der Antrag auf die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens bisher nur für die Vertriebsfirma eingegangen. Für die getgoods.de AG Frankfurt (Oder) liege kein Antrag vor, sagte die Gerichtssprecherin. Die Firma beschäftigt rund 200 Mitarbeiter.
Das Unternehmen vertreibt im Internet vor allem Mobilfunk- und IT-Technik sowie Haushalts- und Unterhaltungselektronik. Nach verschiedenen Medienberichten ist Getgoods weiter auf Investorensuche und führe "hoffnungsvolle Gespräche".



