Insvolventer Onlinehändler - Frankfurter Internethändler ist pleite
getgoods.de ist zahlungsunfähig. Damit ist klar, dass es in dem Unternehmen wohl zu großen Einschnitten kommen wird. Lange waren von getgoods.de lediglich Expansions- und Zukaufsnachrichten zu lesen. Zuletzt aber hatte das Unternehmen nach Angaben einer Wirtschaftsnachrichtenagentur mit der Metro AG über eine Übernahme verhandelt. Und der Aktienkurs des Unternehmens war seit Monaten im Sinkflug.
Es hörte sich an wie eine typische Erfolgsstory aus den glorreichen Zeiten des Internets: neues Geschäftskonzept, andere Vertriebswege, ständiges Wachstum, Expansion durch Zukäufe und andauernde Wachstumszahlen. Doch am Ende steht: die Pleite. Die getgoods.de AG hat am Donnerstag seine Zahlungsunfähigkeit bekannt gegeben. Die Insolvenzverfahren für die getgoods.de Vertriebs GmbH sowie die getgoods.de AG sollen demnach kurzfristig beantragt werden.
Der Internethändler beschäftigt nach eigenen Angaben insgesamt 220 Mitarbeiter, 170 davon in Frankfurt (Oder). "Es wird beabsichtigt, den Geschäftsbetrieb in vollem Umfang fortzuführen", erklärte ein Sprecher des Unternehmens. Der Oberbürgermeister von Frankfurt (Oder), Martin Wilke (parteilos), sprach von einer schlechten Nachricht für die Kommune. "Wir sind aber guter Hoffnung, dass sich das Blatt noch zum Guten wenden wird", sagte er.

Insolvenzanträge für weitere Tochtergesellschaften
Die Rettungsversuche seien bislang gescheitert und die Insolvenzanträge für weitere Tochtergesellschaften würden gestellt, hieß es. Allerdings seien nicht alle Tochtergesellschaften betroffen, die Einzelheiten werden derzeit geprüft.
Noch vor wenigen Tagen hatte das Unternehmen einen Anstieg seines Geschäfts vermeldet: Um 49 Prozent sei der Umsatz in den ersten neun Monaten gestiegen, im dritten Quartal gar um 81 Prozent. Das Unternehmen war durch Zukäufe anderer Geschäftsfelder und kleinerer und größerer Wettbewerber stark gestiegen, die Geschäftslage war dadurch für Außenstehende zuletzt nur schwer einzuschätzen. Mit seinem Expansionskurs scheint sich getgoods am Ende offenbar übernommen zu haben.
Noch im Oktober war zugekauft worden
Im April hatte getgoods.de noch angekündigt, in Frankfurt (Oder) expandieren zu wollen. Im Gespräch war dabei, die Hallen des US-Unternehmens First Solar zu kaufen. Im Oktober hatte das Unternehmen noch Übernahmen verkündet: die 004 Trading GmbH sowie deren Tochtergesellschaften Technikwelt GmbH und Vertixx GmbH, Dienstleister im Markt für E-Commerce.

Die Insolvenz von getgoods.de könnte auch Auswirkungen auf zwei Profi-Sportmannschaften haben: Das Firmenlogo prangt auf den Trikots des Fußball-Zweitligisten Arminia Bielefeld, 500.000 Euro zahlt getgoods.de pro Jahr dafür. Außerdem ist das Unternehmen Haupt- und Trikotsponsor des Deutschen Handball-Bundes (DHB). Dieser reagierte gelassen auf die Insolvenz. "Wir haben die Meldung gelesen, aber wir warten jetzt in Ruhe die weitere Entwicklung ab, denn für uns zählen nur handfeste Fakten", sagte DHB-Präsident Bernhard Bauer am Donnerstag.




