
Hektarertrag sinkt um sechs Prozent - Kartoffelernte in Brandenburg bleibt hinter Erwartungen zurück
Ein langer Winter und ein zu nasses Frühjahr haben den Brandenburger Kartoffelbauern ihre Erntebilanz verhagelt. 2013 ging der Ertrag um 3.300 Tonnen zurück. Auf den Hektar gerechnet war das ein Rückgang um sechs Prozent. Noch deutlicher fielen die Verluste beim Silomais aus.
Brandenburgs Kartoffelbauern müssen in diesem Jahr eine schlechte Ernete verkraften. Wie das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg am Dienstag mitteilte, konnten 312.200 Tonnen eingefahren werden. Das sind 3.300 Tonnen Kartoffeln weniger als ein Jahr zuvor.
Der Hektarertrag ging um sechs Prozent auf rund 35 Tonnen zurück. Die größten Erträge wurden in den Landkreisen Teltow-Fläming mit 38,7 Tonnen pro Hektar und Ostprignitz-Ruppin mit 36,5 Tonnen pro Hektar erzielt. Insgesamt werden zwischen Elbe und Oder auf 9.000 Hektar Kartoffeln angebaut.
Den Statistikern zufolge verhinderten der lange Winter und das zu nasse Frühjahr eine bessere Ernte. Die ungünstigen Witterungsbedingungen hätten in der Pflanzzeit für Verzögerungen gesorgt. Der teils recht gute Knollenansatz habe nicht vollständig ausreifen können.
Der Anteil an kleinen Kartoffeln fiel laut Landesamt 2013 höher aus, Übergrößen waren dagegen eher selten. Die Kartoffelernte begann im Durchschnitt in Brandenburg etwa zwei Wochen später.

Auch die Silomaisernte ging dem Landesamt zufolge deutlich zurück. Sie lag in diesem Jahr bei etwa 5,0 Millionen Tonnen - und damit eine Tonne niedriger als im Vorjahr. Als Gründe für den Rückgang nannte das Landesamt die ungewöhnlich späte Aussaat im Frühjahr und die im weiteren Lauf recht ungünstigen Wachstumsbedingungen. Silomais wird vor allem als Futtermittel oder für die Gewinnung von Biogas angebaut.
Niedriger Gewinn bei guter Getreideernte
Die Brandenburger Getreidebauern hatten zuvor trotz Hochwassers und eines langen frostigen Winters eine erfolgreiche Saison und einen sehr guten Ertrag vermelden können. Voraussichtlich rund drei Millionen Tonnen Getreide werden von den Halmen geholt, rund 700.000 Tonnen mehr als im Vorjahr, teilte der Landesbauernverband Ende August in Löwenberg (Havelland) mit. Der Rekord von 2004 mit knapp 5,9 Tonnen je Hektar konnte mit dem diesjährigen Ergebnis von 5,6 Tonnen je Hektar jedoch nicht erreicht werden.
Die Getreidefläche ist in diesem Jahr um knapp fünf Prozent auf 507.000 Hektar ausgebaut worden. Trotz des hohen Ertrages gibt es für die Landwirte aber nur eingeschränkten Grund zur Freude: Die Getreidepreise haben in den vergangenen Wochen um 30 bis 40 Prozent nachgegeben. Das bedeutet also weniger Geld trotz guter Ernte. Manche Bauern hatten dafür die Händler verantwortlich gemacht.

