
Messe will Avus-Tribüne übernehmen - Neue Pläne für alte Sitzreihen
Die Messe will sich einen Boliden leisten. Das neue Glanzstück des Unternehmens soll zwar der "City Cube" werden. Doch bevor Berlin-Besucher den "Cube" überhaupt erreichen, blicken sie auf traurigen Verfall: die alten Tribünen der Avus. Diese Gebäude in unmittelbarer Nachbarschaft will die Messe nun aufpeppen und zu einer Art Rennwagen gestalten. Schon bald.
Die Messe Berlin will die geschichtsträchtige Zuschauertribüne an der Autobahn 115 (Avus) übernehmen. "Diese Tribüne ist, so verwahrlost wie sie ist, ein Schandfleck", sagte Messechef Christian Göke. "Und das genau vor unserem CityCube ist einfach ein schlechter erster Eindruck."
Die neue Messehalle CityCube soll im nächsten Jahr eröffnen - dann will das Landesunternehmen auch die Tribüne in Angriff nehmen. "Für uns wäre es sicher als Marketing- und Werbefläche interessant", so Göke. Gespräche mit dem Bezirksamt laufen nach Messeangaben bereits.
"Neue Aktivitäten" und: "in Kürze"
Das letzte Autorennen auf der Avus ist 14 Jahre her. Geblieben ist die Zuschauertribüne an dem Autobahnabschnitt, die seit Jahren verkommt, die 77 Jahre alten Zuschauerränge verrotten.
Nun kommt Bewegung in die Sache. Vor sechs Jahren hatte ein privater Investor das Baudenkmal vom Bund gekauft, um es zu verglasen und zum Autosalon umzubauen. Geschehen ist jedoch nichts. Dieses Unternehmen, die Avus Tribüne GmbH, hatte vor wenigen Tagen dem "Tagesspiegel" erklärt, dass es bald "neue Aktivitäten" an der Tribüne geben werde, die "in Kürze" bekannt gegeben werden, spätestens Ende Januar.
Eine Straße mit Geschichte
Die Avus und ihre Geschichte in Bildern
Messe sieht negativen Effekt für seine Außenwirkung
Diese Idee, den 200 Meter langen Bau zu verglasen, gibt es auch bei der Messe. "Für uns wäre es sicher als Marketing- und Werbefläche interessant", verspricht sich Göke. Gespräche mit dem Bezirksamt laufen nach Messeangaben bereits.
Für die Messe geht es viel mehr um die Außenwirkung, denn um zusätzliche Nutzungflächen. Die Kongress- und Messehalle CityCube (Stadtwürfel) soll ein neues Aushängeschild werden - dazu allerdings passt der Blick auf die verkommene Tribüne nebenan natürlich nicht. Der 83-Millionen-Euro-Bau soll im Frühjahr eröffnen. Er entsteht am Standort der Deutschlandhalle. Die marode Veranstaltungshalle wurde Anfang vergangenes Jahr gesprengt. Sie war ein Jahr vor der Tribüne 1935 errichtet worden.




