
Bahn investiert 88 Millionen Euro - Bahnhof Ruhland wird für lange Güterzüge fit gemacht
88 Millionen Euro will die Deutsche Bahn in den Ausbau des Bahnhofs Ruhland in Südbrandenburg stecken: Längere Güterzüge sollen hier künftig Richtung BASF Schwarzheide rollen können, Pendler bekommen neue barrierefreie Bahnsteige und Aufzüge. Ein entsprechender Vertrag wurde am Donnerstag vom Land und der Bahn unterzeichnet.
Der Bahnhof Ruhland (Oberspreewald-Lausitz) soll mit einer Millionensumme zu einem Verkehrsknotenpunkt ausgebaut werden. Dafür will das Unternehmen rund 88 Millionen Euro investieren, wie am Donnerstag anlässlich der Vertragsunterzeichnung von Land und Bahn bekannt wurde.
Vor allem für den modernen Güterverkehr mit seinen langen Zügen soll der Bahnhof fit gemacht werden. Bislang müssen die Waggons zum Rangieren immer wieder an- und abgekoppelt werden. Geplant sind nun zwei je 640 Meter lange Gleise für den Güterverkehr. Die Züge sollen künftig ohne umständliches Rangieren nach Schwarzheide zum dortigen Chemiewerk BASF fahren können.
Die Deutsche Bahn will in Ruhland außerdem neue Bahnsteige und einen Personentunnel bauen. Auch zwei Eisenbahnbrücken sollen Ruhland erneuert werden. Das Land Brandenburg beteiligt sich an den Kosten der Eisenbahn-Überführungen.
Stadt erneuert Bahnhofs-Umfeld
Die Baumaßnahmen sollen 2016 beginnen und 2018 abgeschlossen sein. Der Ausbau des Bahnhofs zu einem Verkehrsknotenpunkt soll mehr Betriebe in die Region locken. Zudem hofft die Gemeinde, durch ein attraktiveres Umfeld einen Käufer für das leer stehende Bahnhofsgebäude zu finden. So soll der Bahnhofsvorplatz komplett umgebaut werden, 100 zusätzliche Parkplätze und ein Busbahnhof direkt vor dem Bahnhof entstehen.
Im benachbarten Hosena wird derzeit ein elektronisches Stellwerk errichtet - als Ersatz für das beim Bahnunglück im Sommer 2012 zerstörte Stellwerk. Damals waren dort zwei Güterzüge aufeinander geprallt, mehrere Waggons wurden gegen das Stellwerk geschleudert. Ein Bahnwärter kam dabei ums Leben.
