Graue Landschaft im Oderbruch, ein fruchtloser Acker nahe der Ortschaft Reitwein. (Quelle: dpa)

Wetterkapriolen machen Bauern zu schaffen - Landwirte besorgt über milde Temperaturen

Milde Temperaturen, weder Frost noch Schnee, kaum Regen, oft schöner Sonnenschein: Fast ein Frühlingsanfang wie aus dem Bilderbuch. Zu früh aber aus Sicht der Landwirte. Sie machen sich zunehmend Sorgen um die kommende Ernte.

Der bisher milde Winter treibt den Bauern in Brandenburg zunehmend Sorgenfalten auf die Stirn. "Wenn es weiter so warm bleibt, ist es schlecht für die Pflanzen", sagte der Präsident des Brandenburger Landesbauernverbandes, Udo Folgart, der Nachrichtenagentur dpa.

Die Bauern befürchten, dass angesichts der warmen Temperaturen die Pflanzen aus der Vegetationsruhe erwachen und austreiben könnten. "Der Winterschlaf entscheidet aber über die kommenden Erträge", so Folgart.

Auch wenn das Wetter nahezu frühlingshaft anmutet, für die Landwirte gibt es auf den Äckern derzeit nichts zu tun. Es bringe nicht viel, auf den Acker zu fahren. "Kommt ein Wetterumschwung, wäre alles für die Katz", sagte er. Bewährt habe sich zudem die alte Bauernregel, wonach erst "Im Märzen der Bauer die Rösslein anspannt".

Zweitbeste Ernte trotz kaltem Winter im vergangenen Jahr

Sorgen bereite es den Landwirten, wenn es nachts nicht kälter als sechs Grad und tagsüber zwölf bis 14 Grad warm werde. Zudem würden bei diesem Wetter auch die Schädlinge leichter überleben, erklärt der Bauernpräsident. 

Ganz anders sah es im vergangenen Jahr um diese Zeit aus. Da fielen die Temperaturen sehr schnell in den zweistelligen Minusbereich und es fehlte eine schützende Schneedecke für die im Herbst gesähten Pflanzen. "Allerdings gab es trotzdem keinen Grund zur Klage bei den erzielten Erträgen", sagte Folgart. Das zweitbeste Ergebnis der vergangenen 20 Jahre konnte eingefahren werden.