Grillhähnchen drehen sich am Spieß (Quelle: dpa)

BUND fordert Einschreiten des Landes - Wittstock wehrt sich gegen Hähnchenmastanlagen

Zwei geplante Hähnchenmastanlagen rund um Wittstock sorgen für heftigen Protest, denn in der Region steht bereits eine Anlage für 480.000 Tiere. Der BUND hat nun an das Land Brandenburg appelliert, keine neuen Hähnchenmastanlagen zu genehmigen. Die Belastungen für die Umwelt seien deutlich zu hoch.

In der Nähe von Groß Haßlow (Ostprignitz-Ruppin) entsteht derzeit eine Hähnchenmastanlage für 330.000 Tiere. Immer mehr Großbetriebe, die es anderswo schwer haben, zieht es in die Gegend rund um Wittstock. Neben Groß-Haßlow ist auch in Alt Daber eine Anlage geplant. Nur unweit davon in Jabel steht bereits ein Stall für 480.000 Tiere. Doch gegen die Mastanlagen hat sich inzwischen Widerstand formiert.

Die Bürgerinitiative "Wittstock contra Industriehuhn" fürchtet vor allem die Umweltfolgen: "Feinstaub, Keime, diese Dinge belasten natürlich in erheblichem Maße die Umwelt", so Aktivist Albrecht Gautzsch im rbb. "Es gibt Prognosen die sagen, dass die Seen in ein paar Jahren umkippen, weil sie soviel Nährstoffeintrag haben. Das regt das Algenwachstum an und das verkraften die Seen nicht auf Dauer."

BUND: Land darf sich nicht aus der Verantwortung stehlen

Die Genehmigungen für die Mastanlagen erteilt das Land Brandenburg. Deswegen hat der Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) nun an das Land appelliert, keine neuen Hähnchenmastanlagen zu genehmigen. BUND-Agrarexpertin Benning verwies am Dienstag im rbb auf die Belastung für Klima, Wasser und Luft durch Großanlagen, wie sie im Kreis Ostprignitz-Ruppin geplant sind. Zwar könnten auch die betroffenen Gemeinden Widerspruch gegen solche Vorhaben einlegen. Allerdings bestehe die Gefahr, dass der Investor dann klagt. Das Land dürfe die Verantwortung nicht auf die Gemeinden abschieben, sagte Benning.

Mit Informationen von Michael Scheibe

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