Die CEOs von Air Berlin und Etihad Airways, Prock-Schauer (r.) und James Hogan bei einer PK (Quelle: dpa)
Abendschau | 13.01.2014 | Agnes Taegener

Ausbau der Partnerschaft - 49 Mal pro Woche nach Abu Dhabi

Nach Jahren des Sinkflugs scheint es bei Air Berlin langsam wieder aufwärts zu gehen. Am Montag teilten die Airline und ihr größter Einzelaktionär den Ausbau des gemeinsamen Streckennetzes mit. Demnach sind ab Februar mehr Flüge nach Abu Dhabi und zu acht Zielen in Indien geplant. Auch ein gemeinsamer Airbus geht auf Reisen. Bis Ende des Jahres soll das Sanierungsprogramm "Turbine" beendet sein, sagte Air-Berlin-Chef Wolfgang Prock-Schauer.

Die Fluggesellschaft Air Berlin will ihr Streckennetz gemeinsam mit ihrem arabischen Partner Etihad Airways ausbauen. Von Februar an sind wöchentlich 49 Flüge zwischen Deutschland und Abu Dhabi vorgesehen, kündigte Air-Berlin-Vorstandschef Wolfgang Prock-Schauer am Montag auf einer Pressekonferenz auf dem Flughafen Schönefeld (Dahme-Spree) an.

Von Deutschland aus könnten mit den beiden Airlines acht neue Ziele in Indien sowie weitere Ziele in Australien und Südkorea erreicht werden, kündigte Prock-Schauer an. Von Februar an ist ab München täglich ein zweiter Flug nach Abu Dhabi geplant. Damit bieten die beiden Unternehmen künftig im Durchschnitt täglich sieben Verbindungen von Deutschland zum
Etihad-Drehkreuz in den Vereinigten Arabischen Emiraten an. Insgesamt umfasst das Netz beider Airlines jetzt 228 Ziele in 84 Ländern.

Etihad ist seit Dezember 2011 zu 29,2 Prozent an Air Berlin beteiligt. Etihad-Vorstandschef James Hogan versicherte, das Engagement sei langfristig angelegt. An eine Aufstockung des Anteils sei aber nicht gedacht: "Wir fühlen uns wohl mit unserer Position", sagte Hogan.

200 Millionen Euro mehr Umsatz durch strategische Partnerschaft

Air Berlin habe durch die gemeinsamen Flüge mit zwei Flugnummern (Codeshare) im  vergangenen Jahr rund 200 Millionen Euro mehr Umsatz gemacht, sagte Prock-Schauer. Derzeit bietet Etihad 66 Air-Berlin-Strecken unter einer eigenen Flugnummer an, umgekehrt verkauft Air Berlin 33 Etihad-Verbindungen unter dem Code AB.

An diesen Dienstag, so hieß es weiter, starten Etihad und Air Berlin weltweit eine gemeinsame Werbekampagne unter dem Titel "Moving Forward" (Vorwärtsgehen). Dazu wurde ein Airbus A320 von Air Berlin umlackiert. Er fliegt nun mit den Schriftzügen und Symbolen beider Airlines.

Flugbegleiterinnen von Air Berlin und Ethiad Airways bei einer Pressekonferenz (Quelle: dpa)
Bauen die seit 2011 bestehende Partnerschaft weiter aus: Air Berlin und Etihad

Prock-Schauer will Air Berlin bis Jahresende saniert haben

Wie Prock-Schauer weiter sagte, wolle er nach dem für 2013 erwarteten Verlust im neuen Jahr operativ in die Gewinnzone zurückkehren. Es sei nicht geplant, das derzeitige Sanierungsprogramm namens Turbine zu verlängern, so Prock-Schauer. "Wir benötigen kein Turbine 2."

Man liege "voll im Plan". So seien 2013 die gewünschten Einsparungen in Höhe von 200 Millionen Euro erreicht worden. Mit dem Konzernumbau will die zweitgrößte deutsche Airline auch in diesem Jahr 200 Millionen Euro einsparen.

Nach einem rasanten Expansionskurs steckt Air Berlin seit Jahren in der Zwickmühle und hat sich deshalb eine Rosskur verordnet. Zahlreiche unrentable Strecken wurden bereits gestrichen, Flugzeuge und Unternehmensteile verkauft. Dem rigiden Sparkurs fällt jede Zehnte der einst 9.000 Stellen zum Opfer.

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