
Entwicklung der Städte - Neue Chancen für historische Stadtkerne
Alte Bausubstanz, hohe Sanierungskosten und eingeschränkte Nutzungsfähigkeit – die ostdeutschen Stadtkerne hatten es lange schwer. Investoren konzentrierten sich oft auf Gewerbegebiete, viele Bewohner zogen vor die Stadt. Dieser Abwärtstrend allerdings scheint gestoppt: Brandenburgs historische Stadtzentren erfreuen sich wachsender Beliebtheit.
Investoren und Einwohner entschieden sich immer öfter, die meist unter Denkmalschutz stehenden Bauten mit neuem Leben zu erfüllen, sagte Bauminister Jörg Vogelsänger (SPD) am Freitag in Potsdam. Anlass für Vogelsängers Bilanz war ein Treffen der Arbeitsgemeinschaft der Städte mit historischen Stadtkernen, wobei die Experten berieten, wie die Lebensqualität in den Kommunen und ihre Ausstrahlungskraft weiter gestärkt werden kann.

845 Millionen für Ausbau von Brandenburgs Städten bis 2017
Nach der Wende waren die Menschen aus den zum Teil heruntergekommenen Innenstädten in Neubauten auf der grünen Wiese gezogen. Nun kehrt sich der Trend anscheinend langsam um. Investoren und Einwohner engagierten sich und suchten mit viel Kreativität Ideen zur Nutzung der alten Bauten, sagte Vogelsänger.
Nach Angaben seines Hauses wurden im Programm Städtebaulicher Denkmalschutz über Mittel des Bundes und des Landes bislang rund 683 Millionen bewilligt. Bis 2017 stehen nun einschließlich der Eigenanteile der Städte mehr als 845 Millionen Euro bereit.
"Nicht nur schick, sondern schick und lebendig"
"Es geht aber nicht darum, die Zentren nur schick zu machen, sondern auch schick und lebendig zu erhalten", erläuterte Michael Knape, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft von Städten mit historischen Stadtkernen und Bürgermeister von Treuenbrietzen (Potsdam-Mittelmark). Läden, Wohnungen und Cafes seien fußläufig gut zu erreichen. Zudem seien sie für Touristen beliebte Anziehungspunkte. In manchen Kommunen wie Rheinsberg oder Neuruppin seien kaum noch Objekte frei.
Arbeitsgemeinschaft mit 31 Städten
In Rheinsberg wurde beispielsweise eine ehemalige Remise zur Touristinformation umgebaut. In Wittstock/Dosse verwandelte sich ein altes Fabrikgebäude mit Millionenaufwand in eine Bibliothek. In Luckau gibt es barrierefreie Wohngen in einer früheren Haftanstalt.
Der 1992 gegründeten Arbeitsgemeinschaft gehören im Land mittlerweile 31 Städte an. Darunter sind Lenzen an der Elbe (Prignitz), Altlandsberg (Märkisch-Oderland) oder auch Ziesar (Potsdam-Mittelmark).

