
Videoüberwachung wird verstärkt - Kameras an mehr Berliner S-Bahnhöfen kommen
Überwachung am S-Bahnhof: Viel ist bereits darüber gestritten worden - zwischen Berlin und Bahn wegen der Kosten, zwischen Betriebsrat und S-Bahn-Geschäftsführung wegen der Überwachung der Mitarbeiter. Doch die neuen Kameras für rund 80 S-Bahnhöfe der Stadt kommen, einem Zeitungsbericht nach sollen sie ab dem Frühjahr installiert werden.
Bis zum Herbst 2015 will die Berliner S-Bahn rund 80 Bahnhöfe der Stadt mit Überwachungskameras an den Bahnsteigen ausrüsten. Bislang gibt es eine solche Überwachung erst an zehn S-Bahnhöfen. Die Installation der Videokameras startet damit verzögert, eigentlich sollte bereits im Herbst vergangenen Jahres begonnen werden.
S-Bahn-Chef Peter Buchner sagte der "Berliner Morgenpost" vom Samstag, "Die Bilder der Kameras können 48 Stunden lang gespeichert werden und von der Polizei zur Aufklärung von Straftaten auf den Bahnsteigen genutzt werden", sagte Buchner. Zudem könne der Fahrzeugführer die Bahnsteigkante besser überblicken als bisher.

Das Projekt war schon im vergangenen Jahr angekündigt worden. Damals hieß es, erklärtes Ziel sei auch die Erleichterung der Zugabfertigung und die Einsparung von Mitarbeitern in diesem Unternehmensbereich. Geschäftsführung und Betriebsrat hatten im Vorfeld über die Installation der Kameras gestritten, weil Zugführer befürchteten, bei der Arbeit kontrolliert zu werden. Auch Datenschützer hatten den geplanten Kameraeinsatz kritisiert.
Parallel rüstet Bundespolizei bei der Überwachung auf
Dem Zeitungsbericht nach soll etwa die Hälfte der 166 Berliner S-Bahnhöfe bis spätestens 2015 mit fest installierten Kameras ausgestattet werden. "Die Ausrüstung beginnt im Frühjahr 2014 und wird bis Ende 2015 abgeschlossen sein", sagte Buchner der "Morgenpost". Der Bahnchef ergänzte: "Darüber hinaus werden im Rahmen eines Sonderprogramms einige Bahnhöfe - wie zum Beispiel Bellevue - von der Bundespolizei mit Überwachungskameras ausgerüstet."
Während die Deutsche Bahn, Mutterkonzern der S-Bahn, bisher lediglich auf zehn großen Berliner Bahnhöfen – etwa am Bahnhof Gesundbrunnen – auf Videoüberwachung setzte, nutzen die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) die Technik deutlich umfassender. Kameras gibt es nach Unternehmensangaben in allen U-Bahnen und U-Bahnhöfen sowie in rund 80 Prozent der Busse und in jeder zweiten Straßenbahn.

