Blick über die Stadt Frankfurt (Oder) mit dem Rathaus, der Marienkirche und der Oderbrücke ins polnische Slubice (Quelle: dpa)

Erster Mietspiegel seit zehn Jahren - In Frankfurt wohnt es sich günstiger

Wohnen ist in Frankfurt (Oder) vergleichsweise preiswert, das besagt der neue Mietspiegel der Stadt. Es ist der erste seit zehn Jahren. Wohnungsunternehmen und Mietervertretungen haben sich nach langen Verhandlungen endlich auf einen Kompromiss einigen können.

Die Mieten in Frankfurt (Oder) sind im Vergleich zu anderen Städten Brandenburgs recht günstig. Das  besagt der neue Mietspiegel der Stadt, der erste seit 10 Jahren. Wohnungsunternehmen und Mietervertretungen haben sich nach jahrelangen Verhandlungen endlich auf einen Kompromiss einigen können. Dieser wurde am Freitag erstmals vorgestellt.

So wurden energetische Komponenten zunächst vernachlässigt, sie sollen aber in der nächsten Fortschreibung mit einfließen, sagte der Beigeordnete für Bauen und Wohnen, Markus Derling, am Freitag dem rbb. Diese soll in zwei Jahren erfolgen. Die Nachbesserung hatte der Frankfurter Mieterverein gefordert. Den vorläufigen Mietspiegel bezeichnete Geschäftsführer Hartmut Höhne als "Krücke".

Mietspiegel tritt am Mittwoch in Kraft

Der Quadratmeterpreis von Wohnraum vergleichbarer Größe, Ausstattung, Lage und Beschaffenheit liegt in Frankfurt bei 4,21 Euro und damit unter dem Brandenburger Durchschnitt von 4,60 Euro.

Der Mietspiegel sei eine Möglichkeit für Mieter und Vermieter, sich zu orientieren, erklärte Derling. "Das ist eine gute Hilfe, die viel Streit wegnimmt von beiden Seiten." Denn man habe eine verlässliche Grundlage, an der man sich orientieren könne. Bei Mieten gehe es um wirtschaftliche Interessen, so Derling weiter. Die seien bei Mietern und Vermietern unterschiedlich.

Der Mietspiegel wird am Mittwoch im Amtsblatt und auf der Internetseite der Stadt veröffentlicht und damit rechtskräftig. Im Arbeitskreis waren unter anderem der Frankfurter Mieterverein Viadrina, die vier großen Wohnungsunternehmen der Stadt , der Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen sowie der Verband Haus & Grund der privaten Eigentümer beteiligt. 17.000 Datensätze wurden für die Erhebung erfasst und ausgewertet.

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