Variobahn in einer Stadler Werkshalle (Quelle: dpa)

13 neue Straßenbahnen defekt - Potsdams Nahverkehr drohte zu entgleisen

Sie sind erst vier Wochen im Betrieb – und müssen schon wieder aus dem Verkehr gezogen werden: Die Potsdamer Verkehrsbetriebe haben wegen Problemen mit der Spurbreite rund ein Viertel ihrer neuen Straßenbahnen stillgelegt. Die Fahrgäste müssen nun vorläufig wieder mit den alten Modellen Vorlieb nehmen.

Vor rund vier Wochen haben die Potsdamer Verkehrsbetriebe neue Straßenbahnen in Betrieb genommen. 13 von Ihnen mussten nun wieder aus dem Verkehr gezogen werden. Das bedeutete Einschränkungen für die rund 70.000 Potsdamer, die täglich Busse und Bahnen nutzen.

So blickte Straßenbahnfahrer Carsten Palm am Freitag in viele verwunderte Gesichter. "Die Fahrgäste haben sich gefragt: Warum fahren die denn jetzt wieder mit den alten Straßenbahnen?", berichtet Palm. Im Gegensatz zu den neuen Variobahnen haben diese nämlich keine Rollstuhlrampen, auch Fahrkartenautomaten gibt es nicht. Immerhin: Mit den Reserve-Bahnen und mit Bussen konnten die Potsdamer Verkehrsbetriebe alle Strecken abdecken.

Der Verkehrs-GAU blieb den Potsdamer Verkehrsbetrieben also erspart. Und doch kann sich Oliver Glaser, der Technikchef des Unternehmens, nicht erklären, warum die fast fabrikneuen Straßenbahnen der Firma Stadler solche Probleme bereiten. "Dieses Schadbild ist für uns Neuland. Wir müssen uns zusammen mit dem Hersteller sukzessive an die Fehlersuche heran tasten. Dabei nehmen wir auch externe Hilfe dazu, um den Sachverstand zu erhöhen", berichtet Glaser.

Noch ist unklar, wann die Bahnen wieder eingesetzt werden

Bei Routinekontrollen hatten Werkstattmitarbeiter Fehler an den Rädern der Variobahnen festgestellt. Vereinfacht gesagt stünde ein Teil der Räder zu eng zueinander. Dadurch bestehe die Gefahr, dass die Züge entgleisen könnten. Bis Mitte nächster Woche wollen die Verkehrsbetriebe nun zusammen mit dem Hersteller Stadler ein detailliertes Gutachten erstellen – erst dann steht fest, wie und bis wann die Schäden behoben werden können.

Die Beteiligten hoffen, dass sich die Räder wieder in ihre Ursprungsposition bringen lassen. Klappt das nicht, müssen notfalls ganze Wagen oder gar das Schienensystem ausgetauscht werden.

Mehr zum Thema