Berlin-Mitte rund um den Alexanderplatz leuchtet hell in der Abenddämmerung (Bild: dpa)

Nach dem Deal in Hamburg - Vattenfall will Berliner Stromnetz nicht verkaufen

Schon länger wurde spekuliert, Vattenfall könnte sich aus Deutschland verabschieden. In Hamburg ist es nun soweit. Für 550 Millionen Euro - so der vorläufige Kaufpreis - bekommt Hamburg das Stromnetz zurück. Dass dieses Geschäft Vorbild für Berlin sein könnte, weist der schwedische Konzern jedoch von sich. Von Jan Menzel

Nach dem Verkauf des Hamburger Stromnetzes hat Vattenfall Absichten dementiert, sich auch von seinem Berliner Stromnetz zu trennen. "Für Berlin bedeutet das gar nichts", sagte ein Sprecher am Donnerstag dem rbb. Man werde sich vielmehr mit voller Kraft bewerben, um im laufenden Bieterverfahren erneut den Zuschlag für den Betrieb des Berliner Netzes zu erhalten, teilte Vattenfall mit. In Hamburg hatten sich Vattenfall und der Senat in der Nacht zu Donnerstag auf den Verkauf des Netzes an die Stadt verständigt.

Infografik Bewerber Stromnetz-Konzession Berlin (Quelle: Senatsverwaltung für Finanzen)
Bewerber um die Stromnetz-Konzession (Quelle: Senatsverwaltung für Finanzen)

Berlin sucht neuen Betreiber

In Hamburg habe es einen erfolgreichen Volksentscheid für einen Rückkauf gegeben, in Berlin sei der Volksentscheid gescheitert, betonen die Vattenfall-Manager. Zudem werde hier mit einer Ausschreibung gerade ein neuer Betreiber für das Stromnetz gesucht. In diesem Verfahren gehe es einzig und allein darum, den besten Bewerber zu finden.

Allerdings bietet auch das Land mit dem eigens gegründeten Unternehmen BerlinEnergie mit, und das hat den Auftrag, das Stromnetz zurück in Landeshand zu bringen.

Energieriese Vattenfall

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