
Deutlicher Anstieg - Immer mehr Berliner Steuersünder melden sich freiwillig
966 Berliner haben sich im vergangenen Jahr freiwillig wegen Steuervergehen beim Finanzamt gemeldet - mehr als dreimal so viele wie noch 2012. Damit folgt Berlin einem bundesweiten Trend des vergangenen Jahres. Auslöser ist vermutlich der Fall Hoeneß.
Immer mehr Berliner melden sich wegen Steuervergehen freiwillig beim Finanzamt. Die Zahl der Selbstanzeigen habe sich im vergangenen Jahr auf mehr als verdreifacht, teilte die Senatsverwaltung für Finanzen am Donnerstag mit.
Bis zum31. Dezember meldeten sich insgesamt 966 Bürger freiwillig beim Fiskus - 2012 waren es 303 gewesen.
Experten vermuten Hoeneß-Effekt
Als Auslöser für den Anstieg der Selbstanzeigen sehen Experten den erneuten Ankauf von Steuer-CDs und die Ermittlungen gegen den Präsidenten des FC Bayern München, Uli Hoeneß, die im April bekannt wurden. Bereits im Jahr 2010 hatte es nach dem Ankauf von geheimen Steuerdaten eine erste Welle von Selbstanzeigen gegeben. Damals meldeten sich in Berlin 854 Steuersünder nachträglich.
Auch in Brandenburg war im vergangenen Jahr ein deutlicher Anstieg verzeichnet worden - und auch hier vermuteten die Experten einen Zusammenhang zum Fall Hoeneß. Bereits bis Ende September meldeten sich fünfmal so viele Steuersünder gemeldet wie im gesamten Vorjahr: Nämlich genau 76. Im Jahr 2012 waren es insgesamt 16 Fälle. Der Landeskasse bescherten die Selbstanzeigen von Anfang 2010 bis Ende September Einnahmen in Höhe von 3,46 Millionen Euro.
Einnahmen in Berlin leicht gestiegen
Die Steuermehreinnahmen in Berlin stiegen im vergangenen Jahr vorerst nur leicht von 22 auf 24 Millionen Euro. Der Grund: Oft vergeht vom Zeitpunkt der Selbstanzeige bis zur Zahlung der Steuerschuld eine längere Zeit, häufig kommt das Geld erst im nächsten oder übernächsten Jahr herein.

