
Land stellt mehr Mittel zu Verfügung - BVG stockt Taktzahlen der Busse und Bahnen deutlich auf
Berlin wächst - und das macht sich auch in Bussen und Bahnen bemerkbar: Auf vielen Linien ist es in den vergangenen Jahren voller geworden. Dort weitet die BVG nun schrittweise ihr Angebot aus. Das Parlament hatte mehr Geld für den öffentlichen Nahverkehr bewilligt. Doch das deckt den Bedarf nicht. Und auf manchen Linien wird das Angebot dafür sogar dünner.
Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) weiten ihr Angebot aus, nachdem das Land Berlin mehr Leistungen bestellt hat. Man reagiere damit auf die wachsende Nachfrage im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV), hieß es am Donnerstag in einer Mitteilung der Stadtentwicklungsverwaltung. Auf mehr als 25 Linien und Linienabschnitten soll das Angebot schrittweise ausgeweitet werden. Die ersten zusätzlichen Fahrten soll es bereits zum Ende der Osterferien ab dem 27. April geben.
Trotz des kurzen Planungsvorlaufs werde die BVG die bis dahin nötigen Personal- und Fahrzeugkapazitäten bereitstellen, hieß es. Unter anderem werden etwa 50 neue Arbeitsplätze geschaffen.
Zunächst sollen vor allem die dichten Berufsverkehrstakte morgens und nachmittags ausgedehnt werden. Außerdem möchte das Land Berlin dichtere Taktzeiten in den Abendstunden und ein besseres Angebot am Wochenende, wenn viele mit der BVG zum Shoppen oder zu Freizeitangeboten fahren.
Dabei handelt es sich in fast allen Fällen um Strecken, auf denen die Nachfrage in den letzten Jahren stark gestiegen ist, wie etwa die Straßenbahnlinie M 2 in Prenzlauer Berg. Beim Bus werden unter anderem bei den Metrolinien M 27 und M 41 zusätzliche Fahrten angeboten. Außerdem beispielsweise auf den Buslinien 136/236 im Spandauer Norden oder 256 und 296, um die Anbindung von Neubaugebieten in Lichtenberg und Karlshorst zu verbessern.
Angebot teilweise auch ausgedünnt
Weitere Maßnahmen, die eine längere Vorbereitung erfordern, sind ab August und Dezember geplant. Von diesen sollen dann auch stark nachgefragte U-Bahnstrecken profitieren. So sollen ab dem 24. August beispielsweise auf den Linien U1, U2 und U5 die dichten Takte weiter in die Abendstunden verlängert werden. Auch auf der U5 und der U7 werden die dichten Berufsverkehrstakte ausgedehnt. Auf den Straßenbahnlinien M4 und 12 werden ab August zusätzliche Fahrten angeboten.
Eine Folge der Ausweitung auf einigen Linien ist jedoch, dass auf anderen U-Bahnlinien das Angebot teilweise ausgedünnt wird, etwa auf den Linien U1 und U9 in den Morgenstunden. Da Untersuchungen gezeigt hätten, dass die Nachfrage hier eher schwach ist, ist das laut Stadtentwicklungsverwaltung dem "wirtschaftlichen Mitteleinsatz" geschuldet.
Mittel reichen nicht
Bislang sei der Finanzrahmen für Verkehrsleistungen, die vom Land bei der BVG bestellt werden können, nach oben hin begrenzt gewesen. Nun stehen für das Jahr 2014 zusätzliche vier Millionen Euro für die Ausweitung des BVG-Angebots zur Verfügung. Im nächsten Jahr werden es 7,5 Millionen Euro sein.
Die Mittel reichen laut der Stadtentwicklungsverwaltung jedoch nur für eine begrenzte Anzahl von Verbesserungen. Die sollen vor allem auf solchen Linien schnell erreicht werden, "bei denen die Kapazitätsgrenze bereits erreicht ist beziehungsweise perspektivisch ein deutlicher Nachfrageanstieg erwartet wird", so Senator Müller.
Eine Reihe sinnvoller Angebotsausweitungen müsse jedoch vorerst zurückgestellt werden, da auch die zusätzlichen Mittel den gestiegenen ÖPNV-Bedarf nicht abdecken. Die Stadtentwicklungsverwaltung wird sich daher für eine weitere Aufstockung der Mittel in den kommenden Jahren einsetzen.
Zusätzliche Gelder bewilligt
Möglich wurde diese Ausweitung, weil das Abgeordnetenhaus angesichts des Wachstums der Hauptstadt zusätzliche Gelder bewilligt hatte.
"Die Fahrgastzahlen im ÖPNV sind in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen", erklärte Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD). Das werde sich fortsetzen. Als Gründe nannte Müller: "Die zunehmende Bevölkerungszahl, die positive Entwicklung von Wirtschaft und Arbeitsmarkt, die anhaltende Attraktivität der Stadt für den Tourismus sowie der deutliche Trend zur Mobilität ohne Auto."
Die BVG-Vorstandsvorsitzende Sigrid Evelyn Nikutta verspricht sich nun einen deutlich besseren Service: "Von den Verbesserungen werden täglich Tausende Berlinerinnen und Berliner sowie die Gäste unserer Stadt profitieren."
Grundlage für die Ausweitung des Angebots sind die Untersuchungen und Planungen, die im Zusammenhang mit der Fortschreibung des Nahverkehrsplans Berlin für die Jahre 2014-2018 durchgeführt wurden und die aktuellen Daten zur Nachfrage bei der BVG.


