Stromversorgung: Vattenfall-Mitarbeiter im Berliner Umspannwerk Fennpfuhl (Quelle: dpa)

2,36 Prozent mehr - Vattenfall erhöht Berliner Strompreise

Etwa jeder zweite Berliner muss ab dem Frühjahr mit höheren Stromkosten rechnen. Der Energieversorger Vattenfall, der in Berlin 1,6 Millionen Kunden versorgt, erhöht seinen Grundtarif zum 1. April. Von Anna Corves

Im Dezember hatte Vattenfall noch betont, die Strompreise würden zum Jahreswechsel nicht angehoben. Steigende Kosten, etwa durch die Erneuerbare Energien-Umlage, würden kompensiert, weil man Strom billiger beschaffen könne. Jetzt, sechs Wochen später, geht diese Rechnung anscheinend nicht mehr auf. Diese Situation habe sich "ein wenig" verändert, so Sprecherin Julia Klausch. Zum 1. April würden die Preise für die Berliner Haushaltskunden deshalb um 2,36 Prozent erhöht.

Alle Berliner Vattenfall-Kunden werden zuvor angeschrieben und über die Preisänderungen informiert. Eine durchschnittlicher ein- bis zwei-Personenhaushalt etwa muss bei einem Jahresverbrauch von 2.200 Kilowattstunden ab April 1 Euro und 34 Cent pro Monat draufzahlen. Die Berliner tragen es mit Fassung - der eine oder andere kommt aber doch ins Grübeln und denkt möglicherweise über Alternativen nach.

Vattenfall ist der erste Großanbieter, der Preise erhöht

Es gibt viele Internetseiten wie Verivox, auf denen man durchrechnen kann, wie teuer oder günstig der Strom von anderen Anbietern wäre. Dabei muss man aber berücksichtigen, dass viele Unternehmen ihre Preise in diesem Jahr erst noch erhöhen werden. Daniel Dodt vom Vergleichs-Internetportal TopTarif sagt, dass die Hälfte der Anbieter bereits Preisänderungen vorgenommen haben. "Von der anderen Hälfte können wir bislang nichts sehen. Von den großen Anbietern wie RWE, Eon, EnbW und Vattenfall ist Vattenfall der erste, der neue Preise verkündet hat."

Der Anbieter, der also heute im Vergleich vielleicht noch günstiger abschneidet, könnte also morgen schon wieder die teurere Alternative sein. Trotzdem lohnt es sich, die Tarife gegenüberzustellen, betont Daniel Dodt. Denn bestimmte Mehrkosten, etwa für die Erneuerbare-Energien-Umlage seien bereits "eingepreist" und schlage bei den Anbietern ganz unterschiedlich zu Buche. Hier zeige sich – so Dodt - dass eine vierköpfige Familie gegenüber dem günstigsten Vattenfall-Tarif durchaus 150 Euro im Jahr sparen könne.

Unabhängige Informationen zu Stromkosten und zum Energiesparen bieten die Stiftung Warentest sowie die Verbraucherzentralen an.

Beitrag von Anna Corves, Inforadio

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