
VBB-Regionalkonferenz - Ist in Zukunft noch alles erreichbar?
Rund 3,5 Millionen Menschen nutzen laut Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg täglich das Angebot der Busse und Bahnen. 15 Jahre nach Einführung des Verbundes sei die Fahrgastzahl damit um rund 25 Prozent gestiegen, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. VBB-Geschäftsführerin Henckel warnte nun eindringlich davor, Bundeszuschüsse zu kürzen. Darunter könnte die Anbindung in Brandenburg leiden.
Mehr als 1,3 Milliarden Fahrgäste waren im vergangenen Jahr mit Bussen und Bahnen in Berlin und Brandenburg unterwegs. Seit der Gründung des VBB sind damit die Fahrgastzahlen um ein Viertel gestiegen. Das teilte das Unternehmen am Mittwoch anlässlich seiner Regionalkonferenz in Potsdam mit. Ein Erfolg, findet die neue Geschäftsführerin Susanne Henckel. Sie sieht aber auch die Herausforderungen, die in Zukunft auf sie zukommen: Mehr Fahrgäste in den Städten und auf der anderen Seite immer weniger Fahrgäste in den ländlichen Regionen, die trotzdem von A nach B kommen müssen.
Für künftige Projekte sei vor allem eine ausreichende Finanzierung erforderlich, betonte Henckel. Die Zuschüsse vom Bund dürften auf keinen Fall gekürzt werden bei den anstehenden Verhandlungen. Derzeit betragen die sogenannten Regionalisierungsmittel für Berlin 398,5 Millionen Euro, für Brandenburg 416,8 Millionen.
Keine Preiserhöhung in diesem Jahr
Die Bürgerbusse "Bürger fahren für Bürger", die aus der Not heraus in dünn besiedelten Regionen ins Leben gerufen wurden, sollen noch besser mit den Angeboten des VBB verzahnt werden, so Henckel. Und noch eine gute Nachricht: In diesem Jahr sollen die Preise nicht steigen, aber das bleibt nicht so. "Alle wissen, die Gewerkschaften draußen demonstrieren, die Personalkosten erhöhen sich, die Energiepreise werden uns auch hier in dieser Branche erheblich belasten. Eine gewisse Anpassung im Tarifsystem ist da regelmäßig vorzusehen", erklärte Henckel.
Tariferhöhungen an Region anpassen
Bei diesem Thema wird Christfried Tschepe, Vorsitzender des Fahrgastverbandes, hellhörig: "Öffentlicher Verkehr muss nicht nur attraktiv sein, er muss vor allem auch bezahlbar bleiben. Dabei darf man sich nicht nur immer mit anderen Regionen, die ein sehr hohes Einkommen haben, vergleichen", sagte Tschepe. "So sollte man sich anschauen, was die Menschen in Berlin und Brandenburg verdienen und danach müssen dann auch künftige Tariferhöhungen ausfallen."
"Beides muss funktionieren"
Ein Dauerthema bleibt die neue ICE-Strecke Berlin-München, die die beiden Städte ab 2017 in unter vier Stunden verbinden soll. Allerdings befürchten Experten, dass es wegen der Sprinter-Strecke zu Fahrzeitverlängerungen für Reisenden von und nach Cottbus und Frankfurt/Oder kommen könnte. Doch dafür sucht der VBB nach einer Lösung, so Geschäftsführerin Henckel: "Es geht nicht, dass wir entweder einen schicken Fernverkehr oder einen schicken Nahverkehr haben. Wir müssen hier dafür sorgen, dass beides miteinander funktioniert und ein guter Anschluss an den Fernverkehr, ebenso wie ein guter Nahverkehr gewährleistet wird. Wir sehen das als eine Herausforderung und werden uns nun mit der Deutschen Bahn zusammensetzen, um unsere Ziele für einen stabilen Fahrplan hier in der Region zu erreichen."
Mit Informationen von Anne Demmer.

