
Demo in Potsdam - Azubis im Warnstreik
Eine unbefristete und verbindliche Übernahme und mehr Vergütung - das fordert die Gewerkschaft Verdi für alle Auszubildenden. Daher waren am Montag auch Lehrlinge aus Berlin und Brandenburg zu einer Demonstration in Potsdam aufgerufen. Betroffen waren Azubis öffentlicher Betriebe wie BSR, BVG und der Potsdamer Stadtverwaltung.
Im Tarifstreit im öffentlichen Dienst hat die Gewerkschaft Verdi nun auch Berliner und Potsdamer Lehrlinge auf die Straße geschickt. Auszubildende öffentlicher Betriebe wie etwa der Stadtreinigung BSR, der BVG, der Krankenhausgesellschaft Vivantes sowie der Potsdamer Stadtverwaltung sollten mit Bussen nach Potsdam gefahren werden. Dort begann am Mittag die dritte Verhandlungsrunde für den öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen. Geplant war eine Azubi-Demonstration, die vom Potsdamer Schillerplatz zum Verhandlungsort, dem Kongresshotel am Templiner See, führen sollte.
Verbesserungen für Azubis gefordert
"Wir fordern endlich eine unbefristete und verbindliche Übernahme aller Auszubildenden und eine Erhöhung des Ausbildungsvergütung um 100 Euro im Monat", erklärte die stellvertretende Vorsitzende des Verdi-Jugendgruppenvorstandes bei der BSR.
Verdi und der dbb-Beamtenbund fordern in dem Tarifstreit eine pauschale Erhöhung aller Gehälter um 100 Euro sowie eine weitere Erhöhung von 3,5 Prozent. Verdi-Chef Frank Bsirske hatte zuletzt erklärt, in den entscheidenden Fragen seien sich Arbeitgeber und Gewerkschaften bisher überhaupt nicht einig. Dies gelte sowohl für die Lohnhöhe, die Frage der sozialen Komponente und auch bei der Garantie für die Übernahme der Auszubildenden.
Dritte Verhandlungsrunde in Potsdam
Vor der dritten Verhandlungsrunde im Öffentlichen Dienst hatten beide Seiten vorsichtigen Optimismus verbreitet. Verdi-Chef Frank Bsirske gab sich mit Blick auf die Gespräche in Potsdam zuversichtlich: "Am Ende wird es einen Kompromiss geben." Die Kommunalarbeitgeber würden "mit Sicherheit Einkommensverbesserungen anbieten", sagte der Präsident der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA), Thomas Böhle.
Bsirske betonte jedoch auch, falls die Verhandlungen scheitern sollten und das Schlichtungsergebnis von einer der Verhandlungsparteien abgelehnt werde, könne sich der Konflikt verschärfen: "Dann Urabstimmung und Arbeitskampf." Er betonte, die Finanzprobleme der Kommunen dürften nicht auf Kosten ihrer Beschäftigten gehen.
Böhle meinte, es werde zusätzlich zu einer linearen Lohnerhöhung auch eine "soziale Komponente" geben. Ob aber die Gewerkschaftsforderung nach einem Sockelbetrag erfüllt werde, sei "beim besten Willen" noch nicht abzusehen.
Flugausfälle in der vergangenen Woche
In der vergangenen Woche waren Mitarbeiter unter anderem der Vivantes-Kliniken, der Bäderbetriebe und der Stadtreinigung in den Warnstreik getreten. Verdi hatte am Donnerstag auch am Frankfurter Flughafen zu Warnstreiks aufgerufen. In der Folge war es bundesweit zu zahlreichen Flugausfällen gekommen.


