BMW Niederlassung Berlin – Neueröffnung des Hauptbetriebs (03/2014) (Quelle: BMW Group)
Audio: Inforadio | 28.03.2014 | Markus Fischer

Schwieriger Hauptstadt-Markt - BMW zeigt Präsenz in Berlin

In keiner anderen Großstadt ist das Auto so unbeliebt wie in Berlin. Dennoch möchten die großen deutschen Autobauer in der Hauptstadt Präsenz zeigen und errichten Millionen teure Autohäuser. Nachdem Audi seinen Showroom am Kurfürstendamm fertig gestellt hat, will nun auch BMW sein Großprojekt eröffnen. Von Markus Fischer

Wer in Berlin Autos verkaufen will, hat es schwer. Das gilt auch für BMW. Der Automarkt ist relativ klein und der Preisdruck dementsprechend hoch. In Deutschland kommen im Schnitt fast 500 Autos auf 1.000 Einwohner, in Berlin ist es nur etwas mehr als die Hälfte. Und der Trend in deutschen Großstädten geht eher zu weniger denn zu mehr Autos. Am besten verkaufen sich noch Klein- und Kompaktwagen. BMW-Konkurrent Audi hat bereits im Februar seinen weltweit drittgrößten Showroom am Berliner Kurfürstendamm eröffnet, um Präsenz zu zeigen. Und im ertragsreicheren Premium-Segment liegt Daimler vorn. BMW versucht nun aber nachzuziehen.

"Wir sind sehr optimistisch"

65 Millionen Euro hat sich BMW seinen Neubau in Messe-Nähe kosten lassen. Wann und wie sich diese Investition denn rentieren wird, wagt der Berliner BMW-Chef, Wolfgang Büchel, nicht zu prognostizieren. Er versucht aber Optimismus zu verbreiten. Der Neubau soll den erhofften neuen Schwung ins Geschäft bringen. "Wir haben natürlich die Erwartung auf einen sehr positiven Verlauf.  Berlin entwickelt sich ja auch entsprechend unseren Erwartungen. Aber an vielen Ecken auch in einer Geschwindigkeit, die noch besser ist als erwartet. Dementsprechend sind wir sehr optimistisch."

Je weiter entfernt vom Stadtkern, desto mehr Autobesitzer: Aus den Standorten in der Berliner Innenstadt an der Friedrichsstraße und in Moabit will sich der bayerische Autobauer zu Gunsten des neuen Autohauses zurückziehen. Vor allem die Lage in der Nähe zur Autobahn soll die richtige Kundschaft in den Laden bringen. Noch bis Ende des Jahres soll aber der Standort an der Friedrichsstraße weiter betrieben werden.

Das Auto bleibt in Berlin häufig stehen

Den besonderen Schwierigkeiten des Berliner Automarkts versucht BMW Rechnung zu tragen. Dazu gehört auch mehr Gebrauchtwagen in den Showroom zu stellen, um auch das nicht so kaufkräftige Berliner Publikum anzulocken, erzählt Büchel: "Bis hin zu einem gebrauchten Mini, als Einstieg in die Marke Mini, der in der innenstädtischen Mobilität auch in Berlin eine Rolle spielt." Man hat noch ein Auto, aber nutzt es nicht immer. Für Büchel "eine Story, die in Berlin eine viel größere Rolle spielt als beispielsweise in München."

Die Konzernzentrale in der bayerischen Hauptstadt München ließ sich jüngst von der Börse nach einem Rekordjahr 2013 für die Ankündigung feiern, im laufenden Jahr noch stärker wachsen zu wollen. Auch Berlin-Chef Wolfgang Büchel möchte mit Erfolgsmeldungen dazu beitragen. Der umkämpfte Berliner Markt sei eine Herausforderung, die er gerne annehme möchte. Das neue Berliner Autohaus wird am 7. April seine Türen für die Kunden öffnen.

Beitrag von Markus Fischer, Inforadio

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