Studie zeigt Stärken und Schwächen der regionalen Filmwirtschaft -
Berlin-Brandenburg ist Königin der Film-Minuten
Wer in Berlin wohnt, stolpert gerade in zentraleren Lagen regelmäßig über Kameras und Drehteams an der Straßenecke. Viele international ausgezeichnete Filme sind made in Berlin oder Brandenburg - "Das weiße Band" zum Beispiel, "Inglourious Basterds" oder "Cloud Atlas". Die Film- und Fernsehbranche beschert der Region also reichlich Glamour - aber bringt sie ihr auch Geld ein? Das hat jetzt eine Studie untersucht. Von Anna Corves
Berlin-Brandenburg ist als Filmstandort bundesweit Spitze. Wie eine Studie des Wirtschaftsberatungsunternehmens Ernst & Young zeigt, werden nirgendwo sonst in Deutschland so viele Film-Minuten produziert wie hier. Studienleiter Florian Huber zählt die Bonuspunkte der Hauptstadtregion im Vergleich zu München, Köln oder Hamburg auf. "Die Stärken liegen ganz klar einmal bei den Leuten, das heißt Verfügbarkeit von jungem, dynamischem und sehr gut ausgebildetem Personal", sagt er. Auch beim Catering und beim Kulissenbau bekomme man in der Region "sehr gute Qualität für sein Geld". Und schließlich: "Kosten und Förderung". Im nationalen Vergleich seien die Kosten vergleichsweise niedrig, und international sei man "sowieso sehr konkurrenzfähig".
Made in Babelsberg
Berlin und Brandenburg zieht die Filmschaffenden der Welt an: 26 Filme der diesjährigen Berlinale wurden in der Hauptstadtregion gedreht - darunter auch die Studio-Babelsberg-Produktionen "The Monuments Men" von George Clooney und Wes Andersons "Grand Budapest Hotel". Doch wie sah die Arbeit hinter den Kulissen aus?
An einem Märztag werden Bäume für die Nikolaikirche im Herzen Berlins angeliefert. Was mit ihnen geschieht, wissen nur Eingeweihte...
Vor der Humboldt-Universität stapeln sich im Juni Sandsäcke. Steht eine Flut bevor?
Hinter allem steckt dieser Mann und sein neuer Film. Von März bis Juni 2013 drehte Hollywood-Filmlegende George Clooney unter großer Geheimhaltung "The Monuments Men - Ungewöhnliche Helden" in Deutschland.
Nicht nur geheim, sondern auch herausfordernd ist das Weltkriegsdrama - zumindest für Clooney. Bei "The Monuments Men" ist er nicht bloß Regisseur, sondern auch Drehbuchautor, Produzent und Hauptdarsteller.
Doppelt wichtig muss ihm deshalb die Auswahl eines verlässlichen Partners gewesen sein. Als Koproduzenten hat sich der US-Amerikaner das Studio Babelsberg ausgesucht.
Lange Warteschlangen beim Komparsen-Casting in Potsdam sprechen für sich: Die Brandenburger heißen Clooney gern willkommen. Insgesamt 10.200 Komparseneinsätze kommen beim Film zusammen.
An insgesamt 40 Drehorten in Berlin, Brandenburg, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt (hier im Bild zu sehen) sorgte Clooney mit seinen Film für reichlich Aufsehen.
Überall sorgt die 300-köpfige Crew für einen Ausnahmezustand.
Seine letzte Kinoproduktion brachte ihm einen Oscar und die Chancen stehen gut, dass "The Monuments Men" der nächste Abräumer werden könnte. Gerüchte sprechen von einem Filmetat von 70 bis 80 Millionen Euro, 400.000 Euro davon steuerte das Medienboard Berlin-Brandenburg hinzu.
Stolz steht Regisseur Wes Anderson (Mitte) auf dem roten Teppich vor dem Berlinale Filmpalast.Sein neuer Film "Grand Budapest Hotel", ebenfalls eine Studio-Babelsberg-Produktion, eröffnete die Berlinale.
Die Komödie des britischen Erfolgs-Regisseur war ein humorvollen Festivalauftakt...
mit Star-Aufgebot. Hier zu sehen: Willem Dafoe bei Dreharbeiten in Görlitz.
In Görlitz haben Anderson und eine einzigartige Hotel-Kulisse gefunden. Für die Dreharbeiten wurde das seit 2009 geschlossene Kaufhaus am Marienplatz geöffnet..
...und in ein Hotel verwandelt.
Historische Gegenstände und kleine Details lassen die Filmzuschauer in eine andere Zeit eintauchen. Andersons Film spielt in den späten 1930er Jahren. Hier zu sehen: Die Anlieferung eines Oldtimer-Taxis in Görlitz.
Von Januar bis März 2013 drehte Wes Anderson mit seiner Besatzung in Görlitz und Umgebung sowie im Studio Babelsberg.
Görlitzer Komparsen in Kostümen warten auf ihren Einsatz. Als Dank für die gesamte Region hat Anderson eine Vorpremiere in einem ortsansässigen Kino versprochen. Eine Woche vor Deutschlandpremiere sollen die Görlitzer "Grand Budapest Hotel" im Kino sehen dürfen.
2012 verlief für das Studio Babelsberg in filmischer Hinsicht märchenhaft. Bei "Die Schöne und das Biest" (Originaltitel: La Belle et la Bête) hatten die Babelsberger Requisitenbauer alle Hände voll zu tun. Ihre Arbeit unterstützte das Medienboard Berlin-Brandenburg mit 1,4 Millionen und die Filmförderungsanstalt mit 100.000 Euro.
Was wäre ein Reiter ohne Ross? Tierische Komparsen durften in der deutsch-französischen Märchen-Neuverfilmung nicht fehlen.
Was wie ein Palast im Hintergrund wirkt ist ein visueller Effekt.
Das Blue- und Green-Screen-Verfahren schafft märchenhafte Kulissen. Hier im Bild: Hauptdarstellerin Léa Seydoux vor einem "Blue Screen" mit Regisseur Christophe Gans. Weitere Bildergalerien
Das befördert vor allem die Filmwirtschaft. Berlin-Brandenburg produziert deutlich internationaler und entwickelt sich viel dynamischer als die anderen Standorte. Dieses rosige Bild hat aber einen großen Schönheitsfehler: Die Hauptstadtregion kann ihre Attraktivität nicht so gut in Wirtschaftskraft verwandeln wie Bayern, Nordrhein-Westfalen oder Hamburg/Schleswig-Holstein. Die Umsätze liegen weit hinter denen der Konkurrenz zurück. Das ist Florian Hubers Ansicht nach "durchaus strukturellen Themen geschuldet. Was ganz klar fehlt, ist natürlich ein großer Sender am Standort, der per definitionem ein revolvierendes Geschäft macht." Denn große Sender produzierten "Serien, Dinge, die immer wieder passieren". Der Berliner Standort dagegen lebe stark vom, wie Huber es formuliert, "One-Time-Business, das man immer wieder neu gewinnen muss: die großen Filmprojekte, große Fernsehfilmprojekte, große Fernsehshows."
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Abendschau | 31.03.2014 - Filmstandort Berlin-Brandenburg ist die Nummer Eins
Monuments Men mit Goerge Clooney - The Grand Budapest Hotel - Die Bücherdiebin. Das sind nur die letzten Großproduktionen in Brandenburg. Seit 2004 fördert das Medienboard Berlin-Brandenburg Filme und konnte mit 240 Millionen Euro etwa 2000 Projekte anlocken. Aber wer profitiert?
Jeder Förder-Euro bringt 4 bis 5 Euro Umsatz in der Region
Im TV-Bereich kommt Berlin-Brandenburg nicht an gegen Köln mit Westdeutschem Rundfunk und RTL oder München, das vom Bayerischen Rundfunk und von Pro7Sat1 profitiert. Nichtsdestotrotz sind Fernsehen und vor allem Film eine wichtige Industrie für Berlin und Brandenburg, von der auch andere Branchen wie Dienstleister, das Handwerk oder der Tourismus profitieren.
Alles zusammengerechnet spielt der Wirtschaftszweig der Studie zufolge etwa 1,3 Milliarden Euro ein. Auch die Film-und Fernsehförderung etwa der Investitionsbanken Berlins und Brandenburgs zahlt sich aus: Jeder Förder-Euro löse 4 Euro Umsatz in der Region aus, zeigt die Studie, die auch von den Investitionsbanken in Auftrag gegeben wurde. Nach Angaben des Medienboards Berlin-Brandenburg, das sich um Filmförderung und Standortmarketing kümmert, sind es sogar 5 Euro. Angesichts dessen wünscht sich Geschäftsführerin Kirsten Niehuus, "dass wir jetzt sozusagen die nächste Stufe erreichen können und tatsächlich für internationale Koproduktionen noch mal zusätzliche Fördermittel bekommen, um quasi das Schwungrad am Laufen zu halten."
Eine große Chance sieht sie auch in der Entwicklung des klassischen TV-Geschäfts hin zu multimedialen Angeboten. Hier sei Berlin und Brandenburg dank seiner digitalen Gründerszene bestens aufgestellt.
Filmstadt Berlin
Berlin beheimatet nicht nur eines der wichtigsten Filmfestivals der Welt, sondern dient auch jedes Jahr als Kulisse und Produktionsstandort für eine Vielzahl von Kinofilmen. Einige der herausragenden Produktionen, die seit der Jahrtausendwende in der deutschen (Film-)Hauptstadt gedreht wurden, haben wir zusammengetragen. "Und action!"
2001 war "Emil und die Detektive" von Franziska Buch in den Kinos zu sehen. Der auf dem gleichnamigen Roman von Erich Kästner basierende Film wurde unter anderem am Bahnhof Zoo, am Großen Stern, dem Pariser Platz und der oberirdischen Strecke der U1 in Kreuzberg gedreht. Es ist die bisher achte Verfilmung des Stoffes: Die erste stammt aus dem Jahre 1931. Regie führte damals die deutsche Filmlegende Gerhard Lamprecht.
Ebenfalls 2001 kam "Der Schöne Tag" des deutsch-türkischen Filmregisseurs und Drehbuchautors Thomas Arslan in die Kinos. Der preisgekrönte Film, der einen Tag im Leben der 21-jährigen Deniz zeigt, zählt zu den prominentesten Vertretern der sogenannten "Berliner Schule". Dabei handelt es sich um eine filmische Strömung, die nicht mit sogenannten "Berlin-Filmen" zu verwechseln ist.
Doris Dörries Tragikomödie "Nackt" über ein gemeinsames Abendessen (mit Folgen) dreier Berliner Paare konnte 2002 mit einem Starensemble aufwarten: Es spielten Heike Makatsch, Benno Fürmann, Alexandra Maria Lara, Jürgen Vogel, Mehmet Kurtuluş und Nina Hoss.
Der unangefochtene Star des Jahres war allerdings "Good Bye, Lenin!" von Wolfgang Becker. Mit mehr als sechseinhalb Millionen Kinobesuchern war die Tragikomödie mit Daniel Brühl und Katrin Sass einer der erfolgreichsten deutschen Filme aller Zeiten. Gedreht wurde unter anderem im mittlerweile geschlossenen Kult-Club "Eimer" und am Platz der Vereinten Nationen.
In "Die Bourne Verschwörung" (Original: "The Bourne Supremacy") und "Das Bourne Ultimatum" (Original: "The Bourne Ultimatum") brachte Regisseur Paul Greengrass 2004 und 2007 Hollywood-Star Matt Damon nach Berlin. Die US-amerikanischen Agenten-Thriller wurden unter anderem am Bahnhof Zoo, dem Bahnhof Friedrichstraße, im Hotel Westin Grand und am Tunnel Spreebogen (Bild) gedreht.
Mit Standing Ovations wurde "Die fetten Jahre sind vorbei" beim Filmfestival in Cannes gefeiert. Und auch beim heimischen Publikum kam der Film des Österreichers Hans Weingartner 2004 gut an: Mehr als 900.000 Zuschauer wollten das sozialkritische Drama mit Daniel Brühl, Julia Jentsch und Stipe Erceg in den Kinos sehen.
2005 war dann wieder Prominenz aus den USA in Berlin am Werke: Die Oscar-Preisträgerin Charlize Theron ist in "Æon Flux" der US-amerikanischen Regisseurin Karyn Kusama zu sehen. Aus künstlerischer und wirtschaftlicher Sicht war der Science-Fiction-Film allerdings kein Erfolg.
Wesentlich ruhiger geht es in der Sozialkomödie "Sommer vorm Balkon" von Regisseur Andreas Dresen zu. Der hauptsächlich am Helmholzplatz gedrehte Film um die zwei Freundinnen und Nachbarinnen Katrin (Inka Friedrich, links) und Nike (Nadja Uhl) konnte sowohl die Kritiker als auch die Kinozuschauer überzeugen.
Ein Jahr später erntete Oliver Rihs mit seinem Episodenfilm "Schwarze Schafe" sowohl Lob als auch Kritik. Schauspieler wie Robert Stadlober (r.), Tom Schilling (l.) oder Milan Peschel verzichteten bei dem durchgeknallten Low-Budget-Projekt sogar ganz auf ihre Gage. Der Episodenfilm spielt unter anderem in einer Villa in Grunewald, auf einem Touristenschiff auf der Spree sowie im legendären KitKatClub.
So gut wie alle wichtigen deutschen Preise des Jahres 2006 räumte "Das Leben der Anderen" ab. Aber der ganz große Coup gelang dem Stasi-Drama von Florian Henckel von Donnersmarck in Hollywood: 2007 gewann die Produktion mit Ulrich Mühe, Sebastian Koch, Martina Gedeck und Ulrich Tukur den Oscar für den "Besten fremdsprachigen Film" - und zwar nachdem er als Wettbewerbsbeitrag für die Berlinale 2006 abgelehnt worden war. Gedreht wurde unter anderem in der Klosterstraße, der Wedekindstraße und in einer Eckkneipe in der Weserstraße 12 in Friedrichshain.
Der kulturpessimistische Roman "Elementarteilchen" von Michel Houellebecq entwickelte sich Ende der 90er innerhalb kurzer Zeit zu einem Kultbuch. Die in Berlin angesiedelte filmische Umsetzung von Oskar Roehler aus dem Jahr 2006 schlug dagegen vor allem aufgrund ihrer Besetzung hohe Wogen: Es spielten Moritz Bleibtreu, Christian Ulmen, Franka Potente, Martina Gedeck, Nina Hoss, Uwe Ochsenknecht, Corinna Harfouch, Jasmin Tabatabai, Tom Schilling, Michael Gwisdek... Bleibtreu wurde dafür auf der Berlinale 2006 mit dem Silbernen Bären als bester Darsteller ausgezeichnet.
2007 wollten rekordverdächtig viele Deutsche das Traumpaar Til Schweiger und Nora Tschirner sehen: "Keinohrhasen", bei dem Schweiger auch Regie führte, ist mit über sechs Millionen Kinozuschauern einer der erfolgreichsten deutschen Filme aller Zeiten. Neben Papa Til sind in der Berliner Liebeskomödie seine vier Kinder Valentin Florian, Emma, Lillie Camille und Luna zu sehen.
Ebenfalls 2007 lief "Der Baader Meinhof Komplex" von Uli Edel und Bernd Eichinger an. Eichinger war bei dem mit Stars gespickten RAF-Drama, das weitgehend auf dem gleichnamigen Sachbuch von Stefan Aust beruht, für Drehbuch und Produktion verantwortlich. Bei den Kritikern kam "Der Baader Meinhof Komplex" ganz gut an und auch in den deutschen Kinos lief es mit über zwei Millionen Zuschauern rund.
Noch mal 2007: Der Dokumentarfilm "Prinzessinenbad" von Bettina Blümner entwickelte sich schnell zu einem waschechten Berliner Kultfilm. In dem mehrfach ausgezeichneten Werk begleitet die Regisseurin die drei besten Freundinnen Klara, Mina und Tanutscha durch Kreuzberg. Eine Coming of Age-Geschichte auf Berliner Art.
Absoluten Kultcharakter beim internationalen Easyjetset konnte auf Anhieb "Berlin Calling" erlangen: Zur Glaubwürdigkeit des Films von Regisseur Hannes Stöhr um den abgestürzten DJ Ickarus trägt die Leistung des Star-DJs Paul Kalkbrenner bei, der in "Berlin Calling" sein vielbeachtetes Schauspieldebüt gab.
"Operation Valküre - Das Stauffenberg-Attentat" (Original: "Valkyrie") von Bryan Singer mit Tom Cruise in der Hauptrolle erzählt den gescheiterten Versuch, Adolf Hitler zu töten. Gedreht wurde 2008 unter anderem an Originalschauplätzen wie dem Gelände des Tempelhofer Flughafens, den Messehallen am Funkturm und dem Bendlerblock.
"The International" feierte seine internationale Premiere als Eröffnungsfilm der 59. Berlinale am 5. Februar 2009. Für den Politthriller holte Regisseur Tom Tykwer die Hollywood-Stars Clive Owen und Naomi Watts nach Berlin und Brandenburg.
"Boxhagener Platz" von Torsten Schulz kam 2010 in die Kinos. Die Literaturverfilmung des gleichnamigen Romans spielt 1968 in der Gegend um den Boxhagener Platz in Ost-Berlin. Das filmische Sittenbild der DDR wurde von Kritikern weitgehend positiv aufgenommen.
Eine filmreife Fernsehserie gelang Starregisseur Dominik Graf mit "Im Angesicht des Verbrechens". Die Uraufführung der ARD-Produktion fand auf der Berlinale 2010 statt. Allerdings blieben bei der anspruchsvollen und von Kritikern und Fans hochgelobten Krimiserie die Zuschauerzahlen hinter den Erwartungen zurück.
"Drei" von Tom Tykwer kam ebenfalls 2010 in die deutschen Kinos. Die Tragikomödie um eine Dreiecksbeziehung mit Sophie Rois, Sebastian Schipper und Devid Striesow spielt an über 100 Drehorten hauptsächlich in Berlin. Zu den bekanntesten gehören das Winterbadeschiff, das Stadion An der Alten Försterei, der Martin-Gropius-Bau, der Mauerpark, die Neue Nationalgalerie und der Imbiss "Burgermeister" am U-Bahnhof Schlesisches Tor.
Im Dokumentarfilm "Neukölln Unlimited" begleiten die Regisseure Agostino Imondi und Dietmar Ratsch mit der Kamera die Geschwister Hassan, Lial und Maradona durch Neukölln. Zu den Drehorten der preisgekrönten rbb-Koproduktion gehören die Turnhalle der Rütli-Schule, die East Side Gallery sowie das Sowjetische Ehrenmal im Treptower Park.
In Berlin und Potsdam spielt die 2011 erschienene Komödie "Kokowääh". Regie, Drehbuch, Produktion und Hauptrolle übernahm Till Schweiger. Heimlicher Star des Films war allerdings Töchterchen Emma Schweiger. 2012 wurde die Fortsetzung "Kokowääh 2" produziert.
Der kultigste Berlin-Film seit langem ist "Oh Boy" von Jan-Ole Gerster. In der schwarz-weiß fotografierten Tragikomödie treibt Tom Schilling 2012 einen Tag und eine Nacht ziellos durch die Hauptstadt. Beim Deutschen Filmpreis 2013 erhielt der dffb-Abschlussfilm sechs Auszeichnungen.
Kult oder Trash? Oder beides? "Hai-Alarm am Müggelsee" von Leander Haußmann und Sven Regener spielt in Friedrichshagen, wo sich im Müggelsee vermeintlich ein aus Hawaii mitgebrachter Hai tümmelt. In der mit Stars gespickten Komödie spielen Henry Hübchen, Michael Gwisdek, Tom Schilling, Benno Fürmann, Detlev Buck und Katharina Thalbach. Zum Artikel | Weitere Bildergalerien
Betreiber von großen Kinoketten wollten das System der deutschen Filmförderung kippen und nicht länger eine Abgabe für heimische Produktionen zahlen. Doch sie scheiterten mit ihrer Klage vor dem Bundesverfassungsgericht. Von einem "Nein" aus Karlsruhe wäre auch das Studio Babelsberg betroffen gewesen.
Schlange stehen, Promis gucken und vorallem die möglichst besten aus 400 Berlinale-Filmen sehen - das ist eine Seite der Berlanale. Knallhartes Filmgeschäft ist die andere. Diese spielt sich bei der Berlinale vor allem im Martin Gropiusbau ab, auf dem European Film Market, kurz EFM. Susanne Bruha hat zwei jungen Berliner Produzenten beim Geschäftemachen zugeschaut.
26 Berlinale-Filme, so viele wie nie zuvor, wurden in der Hauptstadtregion gedreht - darunter auch "The Monuments Men", der neue Blockbuster von George Clooney. Vor allem das Studio Babelsberg erweist sich auch im internationalen Vergleich als Top-Standort für Produktionen.
Israel, Kuba, Schweden, Kirgisistan, Indien: Das sind die Handlungsorte einiger Filme, die auf der Berlinale 2014 in der Sektion Perspektive Deutsches Kino zu sehen sind. Dem deutschen Film kann das nicht schaden. Im Gegenteil, zumal doch manche der aufgezeigten Perspektiven spannende neue Blicke auf ein sich veränderndes Deutschland bieten – und auf eine internationale Filmszene, in der Landesgrenzen mehr und mehr verschwimmen. Von Fabian Wallmeier