
Früher Saisonstart für Landwirte - "In etwa zehn Tagen wird das Sommergetreide gesät"
Das milde Wetter bedeutet für die Brandenburger Bauern nicht nur eitel Sonnenschein. Die Feldarbeit kann zwar beginnen. Doch erste Probleme zeigen sich schon. Experten sagen eine Schädlingsplage voraus. Im vergangenen Jahr lagen die Temperaturen im März teilweise deutlich unter dem Nullpunkt.
Das frühlingshafte Wetter beschert den Brandenburger Landwirten einen Frühstart in die Saison. "Auf den Äckern ist die Arbeit bereits in vollem Gange", sagte Karsten Lorenz,
Referent für Acker- und Pflanzenbau des Landesbauernverbandes, der Nachrichtenagentur dpa. "Die Meteorologen haben gesagt, der Winter ist vorbei. Darauf setzen wir." Aber es könne auch noch Unwägbarkeiten geben. Zahlreiche Schädlinge seien gut über den Winter gekommen, meinte Lorenz.
Ganz andere Temperaturen als im vergangenen Jahr
Im vergangenen Jahr hatten sich die Landwirte fast zur gleichen Zeit mit einem ganz anderen Wetterextrem herumschlagen müssen. Die Temperaturen sanken teils auf bis zu minus 20 Grad. Die nicht mehr gefrorenen Böden werden jetzt gepflügt und für die
Saat vorbereitet. "Wenn alles gut geht, wird in etwa zehn Tagen das Sommergetreide gesät", sagte Lorenz. Das sei etwa zwei Wochen früher als in den vergangenen Jahren. Kartoffeln werden dann etwa Anfang April gelegt.
"Es wird eine Schädlingsplage geben."
Noch nicht aus dem Gröbsten heraus ist für den Agrarexperten das im Herbst in den Boden gekommene Wintergetreide. Es fehlten einige Tage mit strengem Frost. "Die Keimlinge müssen einmal richtig durchfrieren", sagte er. Das kräftige die Pflanzen und kurbele das Wachstum an. Jetzt bildeten die Jungpflanzen bereits einen zartgrünen
Teppich auf den Feldern. "Wie es sich weiter entwickelt, bleibt abzuwarten", betonte er.
Die milde Witterung habe zudem bereits zu einer unangenehmen Begleiterscheinung geführt, sagte Lorenz. "Es wird eine Schädlingsplage geben." Gut vermehrt hätten sich Mäuse. Auch mit dem Rapsglanzkäfer oder dem Mais-Zünsler müsse gerechnet werden, sagte er. Die Bekämpfung müsse frühzeitig beginnen.


